Geschichten und Musik

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#Autor_innensonntag – Antagonisten

Beim heutigen #Autor_innensonntag von Justine Pust geht es um Antagonisten. Das nehme ich zum Anlass, mir für zwei dieses Jahr noch anstehende Romanprojekte ein paar Gedanken zu machen.

Schurkisches Fußvolk

Projekt eins wäre Das Schwert des Wilden Landes. Das hat aufgrund seiner Vorgeschichte den generischen Fantasy-Finsterling im Hintergrund, der einfach böse ist und es auf die Weltherrschaft abgesehen hat. Im Abenteuer selbst treten allerdings nur niederrangige Schufte auf, die einfach ihren Job machen, zum Teil sogar recht gut. Reicht das als Motivation?

Na gut, einer von ihnen ist ein kleinkrimineller Zauberer, den die Stadtwache im Auge hat und bei Bedarf zur Mitarbeit „motivieren“ kann. Die anderen beiden sind bei eben dieser Stadtwache im Dienst. Sie machen die Drecksarbeit, und das wird im Laufe der Geschichte unangenehm bis lebensgefährlich.

Die Arbeit mag wohl dreckig sein, aber sie sind gut darin und haben einen gewissen Rang erreicht. Vielleicht schlägt der sich auch schon in besserer Bezahlung und mehr Prestige bei den Nachbarn nieder. Auf diese Art geraten sie ziemlich tief in den Schlamassel, bis sie nicht wieder herausfinden.

Nicht gerade die beeindruckendsten Schurken, aber ein anständiger dunkler Herrscher braucht nun mal auch Fußvolk.

Verrückte (?) Wissenschaftlerin

#Autorensonntag - AntagonistenProjekt zwei wäre der noch titellose Roman für den diesjährigen NaNoWriMo. Dafür sammeln sich nach und nach Figuren und Material aus verschiedenen Inspirationsquellen an. Es wird Portal-Fantasy, und das Ziel meiner Heldinnen ist es, in „jener Welt“ möglichst weit in die Oberschicht aufzusteigen. Am besten sollte das natürlich ohne besondere Anstrengung vor sich gehen.

Als Antagonistin favorisiere ich zur Zeit eine schon etwas ältere Frau, die versucht, die Heldinnen in dieser Welt festzuhalten. Dafür gibt es gute Gründe, aber auch weniger gute. Wie schurkisch die Dame am Ende dasteht, wird mit Sicherheit auch von den Methoden abhängen, die sie anwendet. Ausgesprochen brutal kann ich sie mir nicht vorstellen, vielleicht wird das im Lauf des Abenteuers trotzdem nötig.

Bis zum 1. November ist es noch eine Weile hin, bis dahin können sich meine Überlegungen noch ein paarmal drehen und unerwartete Seitentriebe entwickeln. Möglicherweise bringt die Existenz „jener Welt“ das Selbstverständnis der Antagonistin so durcheinander, dass sie als verrückte Professorin dort die Herrschaft übernehmen will.

Elisa e Marcela

Elisa e MarcelaÜber „Elisa e Marcela“ bin ich zufällig bei La Voz de Galicia auf Twitter gestolpert, also stelle ich heute zur Abwechslung mal einen Comic vor. Er ist zur Zeit kostenlos beim Consello da Cultura Gallega zu haben, fällt also eher nicht unter #bücherhamstern.

Historischer Hintergrund

Es handelt sich um die Neubearbeitung einer wahren Geschichte – 1901 hatte die oben genannte Zeitung das Paar auf der Titelseite. Die beiden Lehrerinnen gelten als das erste lesbische Paar, das in Spanien kirchlich geheiratet hat. Elisa trat bei der Hochzeit und noch einige Zeit später als Mario auf. Dann wurden sie allerdings enttarnt, flüchteten erst nach Portugal und später nach Argentinien. Vor der Abreise bekam Marcela noch eine Tochter, Vater unbekannt.

Die Quellen, vor allem die seriösen, für die tatsächlichen Abläufe sind eher spärlich. Bearbeitet wird die Geschichte eher als galicische Regionalhistorie. Sowohl der Comic von Xulia Vicente als auch das 2008 erschienene Sachbuch Elisa e Marcela – Alén dos Homes von Narciso de Gabriel, auf dem die neueren Bearbeitungen beruhen, sind zuerst in galicischer Sprache erschienen. In einem Artikel von 2010 geht Raquel/Lucas Platero Mendez darauf ein, dass ausgerechnet dieser Fall so bekannt wurde, weil er schiefging. Es ist anzunehmen, dass es mehrere solcher Paare gab, die nicht aufflogen. 2019 wurde die Geschichte auch verfilmt (Regie und Buch Isabel Coixet).

Sympathische Figuren

Ich bin an dem Comic hängen geblieben, weil ich das Cover sympathisch fand. Ein Fest mit Tanz und Gesang nimmt denn auch verhältnismäßig breiten Raum ein (dafür kommt der eine Gaitero ikonografisch gesehen eher schlecht weg), vermutlich, um die „Schurken“ zu etablieren. Nach der Hochzeit wird die Erzählung eher lückenhaft, wahrscheinlich wegen der Quellenlage. Die schwangere Marcela hat mich jedenfalls überrascht. Als Ende für die Geschichte eines lesbischen Paares erschien mir das gar zu aufgesetzt, und dann stellte sich beim Nachlesen heraus, dass es tatsächlich ein Kind gab (und angeblich auch weitere Nachkommen).

Die Geschichte endet mit dem Baby und dem Ticket nach Buenos Aires. Später aufkommende Spekulationen, ob eine der Heldinnen sich möglicherweise selbst getötet habe oder an Krebs gestorben sei, bleiben hier außen vor.

Instant-Fantasy

Heute geht es wieder in fantastische Gefilde, und zwar zu Instant-Fantasy. In den letzten vier Wochen habe ich zwei Romanprojekte eingereicht, die ihr Leben als solche begonnen haben. Bei einem davon liegt sogar noch die Urfassung unter dem Titel „200 g Fantasyroman, episch“ im virtuellen Tresor.

Kochrezept

Instant-FantasyDabei geht es weniger um den Inhalt als um die Zubereitungsart. Meine beiden Exemplare sind schon etwas älter, und das macht sich bei den Zutaten bemerkbar: Man nehme 1 dunklen Herrscher, der das Land unterjochen will, 1 magisches Artefakt, das ihn besiegen kann (hier dürfen es auch 3 oder 7 sein), 1 auserwählten jungen Helden, der das Artefakt sucht, und 1 Handvoll treue Gefährten. Mit 50k Wörtern aufgießen, umrühren, fertig. Wann immer eine Entscheidung zu treffen ist, nehme man die erste Lösung, die sich beim Griff in die Klischeekiste anbietet.

Sehr nützlich ist bei dieser Vorgehensweise das links abgebildete Buch: The Tough Guide to Fantasyland von Diana Wynne Jones. Es enthält eine umfassende Zutatenliste und praktische Kniffe für die Zubereitung.

War’s das schon?

Das ist allerdings erst der Anfang. Damit es nicht bei schlappem Essen in trauricher Terrine bleibt, sollte noch einiges dazukommen. Zum Beispiel an Weltenbau oder Figurenentwicklung oder an Plottwists. Ich setze in der Regel beim Weltenbau an und versuche, dem Ganzen eine Geschichte zu geben, die über die aktuelle Invasion mit Thronraub hinausgeht.

Beim zweiten meiner oben erwähnten Projekte bin ich damit noch nicht sehr weit gediehen. Noch sind die Bösen einfach böse und irgendwie mächtig. Von dem Königreich, in das sie einmarschieren, weiß man ebensowenig. Immerhin gab es da einmal einen sagenhaften Helden, mit dem das gesuchte Artefakt in Verbindung gebracht wird.

Auch die aktuellen politischen Verhältnisse sind noch nicht definiert. Gibt es neben der weltlichen auch eine geistliche Macht? Ist der Adel die tonangebende Schicht, oder hält er sich nur dafür? In welche Nachbarländer könnte der entthronte König ins Exil gehen?

Diese Fragen muss ich demnächst beim Überarbeiten beantworten, auch, um meine Figuren in ihrer Welt zu verankern. Wahrscheinlich werde ich in den nächsten Monaten noch das eine oder andere Mal von ihnen berichten.

Virtuelles Konzert Nr. 5 – Trumscheit

Heute gibt es wieder einmal ein virtuelles Konzert, Nr. 5 seiner Art, das einem etwas speziellen Instrument gewidmet ist – dem Trumscheit.

Virtuelles Konzert Nr. 5 - Trumscheit

Darauf bin ich gekommen, weil mir bereits eine Idee für den diesjährigen NaNoWriMo im Kopf herumspukt. Darin soll eine Musikertruppe mit spezieller Besetzung eine Rolle spielen, für die ich schon mal anfange, die Instrumente zusammenzusuchen. Bisher habe ich nur eine Vorstellung von einem Menschen, der im Stehen ein langes Saiteninstrument spielt. (Aus dem Menschen kann natürlich auch noch ein fantastischeres Wesen werden.)

Ich dachte kurz an etwas wie die Teufelsgeige, aber die ist eher zum Lärmen geeignet als zum Spielen. Außerdem wird sie meist im Zusammenhang mit Zieh- oder Mundharmonika erwähnt. Ich habe  zwar auch eine Fantasy-Bardin, die so was spielt, aber das wollte ich eigentlich nicht einreißen lassen. Schon gar nicht, wenn sich das übrige Setting eher am Spätmittelalter orientieren soll.

Beim weiteren Umschauen wurde es das Trumscheit, das es als Tromba marina im 17. und 18. Jahrhundert auch zu einigem gesellschaftlichem Ansehen und eigens dafür geschriebenen Kompositionen gebracht hat. Für „mein“ Abenteuer wird es aber eher eine ältere Variante, vielleicht auch eine kürzere, die zum Spielen auf einen Stuhl oder ähnliches gestützt wird.

Der Klang des Instruments wird oft als trompetenartig beschrieben, und offenbar wurde es auch entsprechend eingesetzt und mit anderem lautem Gebläse kombiniert. (Als zusätzlicher Bordun zum Dudelsack ist vielleicht trotzdem nicht die sinnvollste Verwendung.) Meine Vorstellung von der Truppe geht eher in Richtung leisere Instrumente, was offenbar ebenfalls funktioniert. Ob das historisch korrekt ist, sei dahingestellt. Bis November erfahre ich möglicherweise noch mehr zum Thema.

Jetzt gibt es erst einmal Musik

Passend zur Jahreszeit: https://www.youtube.com/watch?v=XzGrzUpLdgw

Einmal Hildegard von Bingen: https://www.youtube.com/watch?v=ZRfwaf8ZlKk

Was eher Neumodisches: https://www.youtube.com/watch?v=l7gKy_0R6M8

Jean-Baptiste Prin, der Experte für die Tromba marina: https://www.youtube.com/watch?v=_xJQk51M9I0

 

Verwandter Artikel: Weltenbau – Über Musik (dort geht es übrigens auch um die Welt, in der sich die Ziehharmonika spielende Bardin herumtreibt)

Literatur: Dwight Newton, The Tromba Marina – A Study in Organology, 2002

Bild: gemeinfrei

Käse hamstern

Gestern war ich unterwegs zum Käse hamstern durch den schönen Odenwald. Das war ursprünglich für den vergangenen Samstag geplant, in Verbindung mit der Fahrt zur Bandprobe in Rimbach. Die wurde bekanntlich abgesagt, ebenso wie alles andere, wo ich hinfahren wollte.

Auf Schusters Rappen

Wie komme ich jetzt nach Gumpen? Die Busverbindung ist unter normalen Umständen schon eher dürftig, und gerade wird auf den Ferienfahrplan umgestellt (was nur logisch ist, wenn die Schulen geschlossen sind).  Also habe ich beschlossen, dass das ja gar nicht so weit ist, und bin zu Fuß gegangen. Ich habe einen Blick auf einschlägige Routenplaner geworfen, die bewährten Alltagstreter angezogen und bin losmarschiert. Eine Stunde sollte es dauern, das hat auch recht genau gepasst.

Unterwegs habe ich festgestellt, dass es kürzer ginge, und dass der Routenplaner eine mögliche Abzweigung zu wenig verzeichnet hat. Das führte zu etwas Kraxelei durch den Wald, hin zu einem vermeintlichen Weg, der sich dann als Sumpf herausstellte. Ich bin zwar mit beiden Schuhen wieder herausgekommen, aber sie sahen hinterher doch etwas mitgenommen aus.

Von da an gab es einen echten Weg, und der Rest der Strecke war recht entspannt. Das Bächlein rauschte, die Vöglein zwitscherten … Es war nur klar, dass ich nicht denselben (Nicht-)Weg zurück nehmen konnte, weil es stark auf den Abend zuging. Der richtige, größtenteils asphaltierte bzw. geschotterte Heimweg zeigte sich aber bald und ließ sich dann auch brav finden, als es so weit war.

Unbezahlte Werbung
Käse hamstern

Werbung, wie man sieht

Ziel der ganzen Aktion war der Hardthof in Gumpen. Dort gibt es schon seit Längerem eine Milchtankstelle, und nun wurde aus der hofeigenen Milch Weich- und Schnittkäse hergestellt, der auf der Messe Land und Genuss in Frankfurt präsentiert werden sollte … Noch Fragen?

Käse hebt sich nicht ganz so gut auf wie ein Buch und bringt Abwechslung in die Nudeln-mit-Klopapier-Diät. Daher ist Käse hamstern eine empfehlenswerte Aktion, überhaupt ein Besuch beim nächstgelegenen Direktvermarkter (oder auf dem Wochenmarkt; die sind noch nicht abgesagt). Es bringt jedenfalls mehr als der Nahkampf im Supermarkt bzw. der Frust angesichts leerer Regale.

Man muss dazu auch nicht unbedingt durch abgeholzte Borkenkäferweiden kraxeln oder durch Feuchtgebiete waten, es geht bestimmt komfortabler. Trotzdem kann ich das in jedem Fall denjenigen empfehlen, die Fantasy schreiben. Unsere Held*innen tun so was schließlich öfter.

 

 

 

Wolfenbütteler Gespräch 2019 – Nachlese Teil 1

Wolfenbütteler Gespräch - Nachlese Teil 1

Das diesjährige Wolfenbütteler Gespräch begann für mich wegen einer Zugverspätung mit dem traditionellen Abendessen im Wok-In am Bahnhof. Das ist gleich die erste Gelegenheit, ein paar neue Kolleginnen kennenzulernen. In diesem Fall Christine Diefenbacher, Jeannette Bauroth und Anja Lerz.

Auf dem Weg zum Lesefest in der Schünemannschen Mühle bot das Maifest auf dem Stadtmarkt ein musikalisches Kontrastprogramm.

Im ersten Leseslot habe ich mir Claudia Buchholtz mit Der König der Pinguine von Ned Zeman angehört. Darin geht es um den Schweizer Fotografen Bruno P. Zehnder, der sich auf Kaiserpinguine spezialisiert hatte. Er starb auf der Jagd nach einer letzten Fotostrecke und wurde im Beisein einer Abordnung der nächstgelegenen Kolonie auf der Buromski-Insel bestattet. Welche Schlüsse wird wohl die Archäologie einer fernen Zukunft aus diesem Gräberfeld ziehen?

Im zweiten Programmteil vor der Pause las Christian Hansen aus Die Prinzessin Primavera von César Aira. Die Titelfigur übersetzt Unterhaltungsromane, und in Anbetracht des Publikums nahm ihre Berufsauffassung in der Lesung breiten Raum ein. Die Handlung dreht sich allerdings um ihre Auseinandersetzung mit ihrem ewigen Widersacher General Winter.

Nach der Pause war Karen Nölle an der Reihe, die schon beim PAN-Branchentreffen auf dem Podium vertreten war. Diesmal ging es allerdings nicht um Phantastik, sondern um Naturbeobachtung: Pilger am Tinker Creek von Annie Dillard. In dem betreffenden Ausschnitt machten die weit reisenden Monarchfalter bei der Erzählerin Station.

Damit war allerdings meine Aufnahmefähigkeit für diesen Abend erschöpft. Und das zweite Glas Wein hat nicht wirklich weitergeholfen. Also machte ich mich über das oben erwähnte Maifest – inzwischen mit Lightshow – auf den Weg zurück ins Hotel.

Fortsetzung folgt.

Ein halbes Pfund Belegexemplar

Ein halbes Pfund BelegexemplarDieses halbe Pfund Belegexemplar ist gestern bei mir eingetroffen. Ich freue mich, dass die Geschichte immer noch draußen herumgeistert und hoffentlich Leute ihre Freude daran haben. Insbesondere gefällt mir das Cover, auch wenn sich da ein c statt dem k eingeschlichen hat. Es wird in dieser Form wohl eher nicht im regulären Buchhandel auftauchen, dafür aber beispielsweise im Supermarkt (und das E-Book gibt es nach wie vor bei dotbooks).

Vor lauter Begeisterung habe ich gestern für meinen anstehenden SP-Roman Die Weinfestengel nicht nur einen Klappentext geschrieben, sondern gleich drei. Das ist zwar sicher nicht die empfohlene Marketing-Methode, aber ich neige stark dazu, die auch alle drei zu verwenden. Für das Cover habe ich jetzt ebenfalls eine Idee, die ich mit meinen aktuellen GIMP-Kentnissen vermutlich umsetzen kann. Also steht einer Veröffentlichung Anfang Juni nicht mehr viel im Weg. (Edit im Juni: Und hier ist es.)

Jahrmarkt-Ausschreibung

Außerdem läuft noch bis zum 15. Juni die Ausschreibung des Burgenwelt-Verlags unter dem Motto „Jahrmarkt der Mysterien“. Da sind meine Spielleute doch eigentlich prädestiniert, mitzumischen. Das aktuelle Plotküken scheint mir aber eher ein Strauß werden zu wollen als ein Hühnchen. Also bin ich noch auf der Jagd nach etwas weniger Kompliziertem. Der Aufwand für die Recherchen sollte sich in Grenzen halten, deshalb wird der Schauplatz mit hoher Wahrscheinlichkeit Heidelberg.

Möglicherweise habe ich mich einfach zu sehr auf das Stichwort Jahrmarkt eingeschossen. Laut Ausschreibung sind auch andere Festivitäten erwünscht, wenn es dabei nur mysteriös wird. Vielleicht kann ich meinem Lotterpfaffen Baldwin ein Solo-Abenteuer spendieren. Der macht zwar keine Marktmucke, aber etwas zu feiern gibt es bestimmt auch in dem einen oder anderen Kloster. Im Kalender stehen genug Feiertage. Es könnte auch jemand Hochzeit halten oder der Kurfürst wird mit großem Gepränge empfangen.

Ich lese mich noch ein bisschen durch die bereitliegenden Bücher zum Thema, dann wird sich schon die eine oder andere Idee einfinden.

(Näheres zum Thema Werbung gibt es hier.)

Maitour – Klangwanderweg Hammelbach

Das Abenteuer Instagram ist beendet, bevor es richtig angefangen hat. Also kommen die Bilder von der Maitour auf dem Klangwanderweg Hammelbach hier herein.

Klangwanderweg Hammelbach - Kirchenruine

Kirchenruine in Hammelbach

Den Klangwanderweg bei Hammelbach hatte ich schon länger im Auge, da war der 1. Mai eine willkommene Gelegenheit, ihn einmal zu besuchen. Um es gleich vorwegzusagen: Wir sind den Weg „falsch“ herum gegangen. Das hat allerdings nicht weiter gestört. Ich fand die Auf- und Abstiege bei dieser Variante recht angenehm verteilt. Die Strecke ist rund 8 km lang, wir haben etwa drei Stunden gebraucht.

Die erste Station, wo ein Plan aufgebaut ist und Prospekte zu haben sind, befindet sich an der Tapasbar Don Quijote . (Wäre eine günstige Gelegenheit zum Mittagessen gewesen, wir sind nach Abschluss der Tour trotzdem weitergezogen.)

Klangwanderweg Hammelbach

Waldmarimba

Die ersten beiden Klangspiele, die an dieser Straßenecke aufgebaut sind, bieten schon mal einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt: vor allem Metall mit wenig Klang. Insbesondere die Wind-Instrumente – drei von zehn – funktionierten bei der aktuellen Wetterlage nicht. Die besten Klänge lieferte die pentatonisch gestimmte Waldmarimba mit Klangstäben aus Eichenholz und dahinter angebrachten Resonanzröhren.

Ansonsten handelt es sich einfach um einen schönen, abwechslungsreichen Wanderweg mit Wald und Wiesen, gelegentlich auch mal einem Feuchtgebiet quer über dem Weg. Wenn man der Markierung – blaues Ohr auf weißem Grund – richtig herum folgt, kommt man vermutlich mit der passenden Menge Hunger und Durst an der Waldgaststätte Alt-Lechtern vorbei, um dort eine Rast einzulegen.

Die letzte Klangstation für uns war die Weschnitzquelle. Die ist laut Plan dafür vorgesehen, sich „auf diese besinnliche Runde“ einzustimmen. Wenn man relativ früh am Tag aufbricht, kann das funktionieren. Wir kamen allerdings an einem Feiertag bei schönem Wetter gegen Mittag an. Da herrschte unterwegs ein wenig Menschenauflauf; auch an der Quelle war eine größere Gruppe versammelt. Das ortsansässige Ungeheuer ließ sich davon jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen.

Klangwanderweg Hammelbach - Weschnitzquelle

Das Ungeheuer der Weschnitzquelle

Fazit: Ein schöner Wanderweg; als Klangerlebnis wirkt er möglicherweise bei schlechterem Wetter, vor allem mehr Wind, besser.

Erkenntnisse aus dem PAN Branchentreffen 2019

… alias #pan19

Erkenntnisse zu Inspirationsquellen
Erkenntnisse aus #pan19

Ein inspirierender Organismus?

Erkenntnis Numero 1 kommt nicht wirklich überraschend, gehört aber zu den Dingen, auf die immer mal wieder hingewiesen werden sollte: Die Möglichkeiten, Inspirationen zu finden, sind praktisch unbegrenzt. Ich hangele mich mal am Programm entlang.

In vor- und unmittelbar nachsintflutlichen Zeiten gibt es noch eine Menge Platz für fantastische Welten. Ein Steinzeit-Krimi um Ötzi ist inzwischen nur noch antiquarisch zu haben, also wird es vielleicht Zeit für eine Neuinterpretation. Die Welt war auch damals schon ziemlich groß und die Menschheit unterwegs. Alle Neuentwicklung einer einzelnen, blonden & blauäugigen Heldin zuzuschreiben kommt möglicherweise nicht mehr ganz so gut, und es stehen vermutlich allerlei andere in den Startlöchern, um ihre Welt zu verbessern. Ebenso gab es, laut Dr. Michael Lagers vom LWL-Landesmuseum Herne, bereits in der Steinzeit Produktpiraterie. Das könnte ein ganz neuer Ansatzpunkt für eine Krimihandlung sein.

Des Weiteren sind Trolle eine ausgesprochen vielseitige Spezies, auch dann noch, wenn man die Schlumpf- oder Gartenzwergähnlichen abzieht. Skandinavische Märchen bzw. isländische Sagas halten verschiedene Aspekte dieses Volkes bereit, die in der Phantastik noch nicht allzu weit verbreitet sind. Der Vortragende, Professor Rudolf Simek, hat zudem weitere mittelalterliche Monster im Angebot, denen sich vermutlich nachzugehen lohnt. (Für meine Burgenwelt-Geschichte bleibt es aber erst mal beim Totengeist.)

Das war jetzt schon wieder vor allem Historisches und Kulturelles. Dabei gibt es in anderen Ecken der Wissenschaft mindestens so geniale Vorbilder für Feinheiten des Weltenbaus – siehe auch hier. Hier gab es entscheidende Einblicke in das Leben des Kleinen Leberegels (zu bewundern oben links) und des großen afrikanischen Elefanten im Workshop von Anika Beer. Die muss ich aber noch ein bisschen sacken lassen, bis sie irgendwo andocken und eine Geschichte daraus wird.

Erkenntnise zu weiteren Projekten

Aus dem „prähistorischen“ Vortrag von Dr. Meret Fehlmann stammt die Erkenntnis, dass Phantastik nicht nur auf Englisch oder Deutsch geschrieben wurde und wird. Da liegt also ein weiteres Projekt und wartet darauf, dass ich Zeit und den richtigen Aufhänger dafür finde. Es reizt mich schon seit vielen Jahren, es könnte also langsam erntereif sein.

In Sachen „unbedingt mal wieder lesen“ gab die Podiumsdiskussion am Donnerstag einen wichtigen Hinweis: Karen Nölle übersetzt Romane von Ursula K. Le Guin neu. Bisher noch gar nicht übersetzt und, wenn ich das richtig verstanden habe, derzeit auch nicht dafür vorgesehen, ist eins meiner Lieblingsbücher von dieser Autorin, Always Coming Home. Trotzdem ist auch das ein Anstupser, mal wieder reinzuschauen.

Erkenntnisse zur Freizeitgestaltung

Diese Erkenntnis hat nicht so viel mit phantastischer Literatur zu tun, sondern vor allem damit, dass es im Hotel kein Schwimmbad gab. (Das ist kein Kriterium dafür, dort zu wohnen oder nicht; das Branchentreffen hate eben ein neues Domizil.) Es gab aber einen Fitnessraum, und damit hatte ich Gelegenheit festzustellen, dass so ein Stepper eine feine Sache sein kann. Außerdem sollte ich wohl die Wörterbuch-Gymnastik wieder aufnehmen. Der dicke Van Dale hat sich da schon bewährt, wenn ich mich recht erinnere.

Dann gab es noch einen Hinweis auf einen Ausflug: Bei Orgelbau Klais in Bonn gibt es die Möglichkeit, an Betriebsführungen teilzunehmen.

Weltenbau – Über Orks

Beim PAN-Branchentreffen geht es dieses Jahr um Weltenbau. Das nehme ich zum Anlass, mir über den einen oder anderen Punkt zu diesem ziemlich vielseitigen Thema Gedanken zu machen. Als Beispiel verwende ich die Welt, in der Die Göttin der Helden spielt (erscheint voraussichtlich im Dezember 2019). Die wächst seit über zehn Jahren vor sich hin, entwickelt mit Inspirationen aus allerlei Quellen eine umfangreiche Geschichte und ist gerade dabei, mit Waypoint FiftyNine ins All aufzubrechen.

Aber zurück zu den Anfängen.

So könnten Orks aussehen

Ich weiß nicht, wie seriös die Zuordnung dieses Bildes zur Überschrift “Ork” ist, der Gute sieht “meinen” Orks allerdings ähnlicher als die meisten Standard-Fantasy-Abbildungen zum Thema; Quelle: Wikipedia

Über Orks

Ein Markenzeichen der Fantasy sind die „Völker“, die sich auf den einschlägigen Welten tummeln. Nicht auf allen natürlich, und ich bin selbst eher zurückhaltend, wenn es um den Einsatz von Elfen, Zwergen und dergleichen geht. Allermindestens kriegen sie neue Namen, und das führt in der Regel dazu, dass sich das ganze Volk vom klassischen Vorbild wegentwickelt. Was meistens sinnvoll ist. Warum habe ich also auf der oben erwähnten Welt trotzdem Orks herumfliegen?

Es lebe das Klischee

Vor vielen Jahren habe ich eine Fantasy-Kurzgeschichte geschrieben, die dann auch veröffentlicht wurde (erinnert sich noch jemand an INTRAG?). Als Aufhänger hatte ich ein rotes Stoffnilpferd und das Thema der Ausschreibung, Traumland. Meine Hauptfigur träumte also von einer unbekannten Welt, in der sie als große Heldin alle Abenteuer besteht. Sie war mit einer etwas begriffsstutzigen einheimischen Drachenreiterin unterwegs, um die wichtigen Leute dieser Welt vor der herannahenden Katastrophe zu warnen. Die Drachenreiterin – wie gesagt, etwas begriffsstutzig – wollte auch eine Horde primitiver Unsympathen warnen.

Wie mache ich als Autorin kurz und schmerzlos diesen kulturellen Hintergrund klar? Ich lasse die Drachenreiterin zu „den Orks“ fliegen.

Damit wusste ich also, dass es die in der besagten Welt gibt, neben allerlei anderen Völkern und Organisationen mit coolen Namen. Ich bin allerdings nicht davon ausgegangen, dass die Sache noch größere Formen annimmt.

Andockmanöver der Welten

Lange Zeit tat sich auf dieser Welt nichts, dann wollte ich einen Anlauf zum Hohlbein-Preis nehmen. Zu diesem Zweck nahm ich mir ein Buch vor, das ich als Jugendliche gern gelesen habe, und machte mich daran, es in einen Fantasy-Roman umzuarbeiten (beginnend mit: „Ich unterziehe die Hälfte der Belegschaft einer Geschlechtsumwandlung“ – aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden). Dazu gehörte für mein Empfinden eine Portion Magie, und damit sich das Ganze noch in etwa wie die Vorlage anfühlte, bekamen meine HeldInnen ein Fluggerät, das Teil eines weltweiten Verkehrssystems war.

Unterweges sollte einer der strahlenden Helden zeigen, wie vorurteilsfrei er doch ist. Also brauche ich wieder einen Instant-Unsympathen – einen Ork. Der tauchte diesmal an einem internationalen Flughafen auf und ein Mitarbeiter dort machte sich darüber lustig, dass die Pelzviecher doch eigentlich zum Mond wollten, das aber nicht schafften.

Die noch nicht näher definierte Welt hatte nun also nicht nur Orks, sondern fliegende Orks mit Mondfahrt-Programm. Wie gesagt gehe ich mit Fantasy-Völkern eher sparsam um. Deshalb war es nicht mehr weit zu der Erkenntnis, dass das neue Abenteuer wohl in der Welt des „Traumlands“ spielt, nur ein paar Tausend Jahre später. Der eine pelzige Flieger hat mir also ein ganzes Paket an Vor- und Frühgeschichte sowie eine Organisation mit coolem Namen angeliefert.

Weg von den Instant-Schurken

Jetzt arbeite ich an Die Göttin der Helden. Chronologisch liegt dieses Abenteuer zwischen der Drachenreiterin und dem Ork-Flieger. Ein langjähriger Krieg zwischen den Orks und den benachbarten Menschen ist gerade zu Ende gegangen, verschiedene Interessengruppen machen sich daran, die Welt neu zu sortieren. In dieser Situation bekommen die Orks mehr Raum – sie heißen aber immer noch so, es sei denn, mir fällt ein guter eigensprachlicher Name ein – und es wird vermutlich klar, wie sie zu ihrem Ruf als primitive Unsympathen gekommen sind. Wie berechtigt er ist, und wie viel sympathischer und zivilisierter die Menschen sind, bleibt abzuwarten.

Der Mond und die dazugehörige Göttin spielen bereits eine große Rolle. Wahrscheinlich wird es auch um die Ursprünge des Mondfahrprogramms gehen. An die wichtigen Leute und die Organisation mit coolem Namen denkt in ihrer Welt inzwischen niemand mehr.

Vor ein paar Jahren entstand im NaNoWriMo ein weiteres Romanprojekt mit einem Ork als Helden. Der fliegt zwar nicht, sondern er singt, hat aber immer noch mit vergleichbaren Vorurteilen zu kämpfen wie seine beiden Vorgänger. Eventuell tritt er demnächst in diesem Theater in einem Artikel zu den Musikern seiner Welt auf.

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