La Ballade

Geschichten und Musik

Kategorie: Odenwälderei

Brauchtumstage im Lindenfelser Museum

Handwerksvorführung im Museumshof

Steinmetz bei der Arbeit

Neben der Online-Buchmesse finden auch im echten Leben noch Dinge statt. Am Wochenende zum Beispiel die Lindenfelser Brauchtumstage. Bei dieser Gelegenheit werden die Werkstätten im Museum in Betrieb genommen, und im Hof wird ebenfalls eifrig gearbeitet, unter anderem werden Kartoffeln gedämpft und Äpfel gekeltert. Im Bürgerhaus gegenüber gibt es Verkaufsstände und weitere Verpflegung. Das Wetter hat in diesem Jahr wunderbar mitgespielt und es haben sich viele Besucher eingefunden.

Web-Aktivitäten

Ich habe ein paar Stunden im Museum am Webstuhl verbracht. Das ist oft eine ziemlich meditative Tätigkeit. Der aktuelle Läufer hat allerdings ein etwas kleinteiliges Muster, da war nicht viel Gelegenheit, sich in den Flow zu arbeiten – obwohl der Webstuhl in diesem Jahr ohne Panne funktionierte. Immerhin kamen im Lauf des Tages 60 Zentimeter Teppich zusammen. Die Kette ist aus Baumwolle, der Schussfaden pflanzengefärbte, handgesponnene Schafwolle.

Handgewebter Läufer

Webarbeit am Sonntag im Museum

Alpakas!

Am Tisch hinter mir wurde Alpakawolle kardiert, von den Odenwald-Alpakas in Reichelsheim. Die gibt es seit über zehn Jahren, das ist traditionell genug für meine Zwecke. Die Wolle ist weich und flauschig, nach dem Kämmen verarbeiten sie die Spinnerinnen nebenan, teilweise zusammen mit Seide. Daraus wird mit Sicherheit kein Bettvorleger. Als Pullover oder Schal ist dieses Material viel besser aufgehoben.

Lindenfelser Ökomarkt 2018

Mein Blog hat offensichtlich ein ganzes Jahr überlebt, denn hier kommt der zweite Bericht vom Lindenfelser Ökomarkt. Der fällt leider deutlich kürzer aus als 2017. Es waren weniger Händler da, wodurch sich der Kruscht-Anteil erhöht hat. Die anwesenden interessanten Händler waren größtenteils alte Bekannte.

Cannamoda zum Beispiel. Trotz Anbau auf dem Balkon habe ich noch genügend Hanfsamen in der Vorratsdose, da musste ich keinen Nachschub holen. Dafür gab es Hanf-Dinkel-Nudeln und einen Hanf-Brombeer-Tee. (Sabines Suppenmanufaktur fehlte in diesem Jahr leider, also keine Emmernudeln.)

Daneben gab es einen neuen, schön bunten Seifenstand von Marion Thiel aus Lampertheim.

Handgesiedete Seifen

Auch Odenwälder Feine Brände aus Litzelbach waren wieder zur Stelle. Bei ihnen habe ich einen Pfirsich- und einen Brombeer-Limetten-Secco erworben, zum gemütlichen Probieren zu Hause.

Für einen längeren Aufenthalt in der Burgstraße war das Wetter dieses Jahr leider wenig einladend – trüb, kalt und zugig. Der tapferen Frau Rusch von Cannamoda ist während des Aufbaus sogar der Stand davongeflogen. Folglich habe ich nur schnell bei den Schäfern Wüstenhagen und Pollmann aus Hetzbach eine Lammsalami und bei Imker Hillenbrand den nötigen Vorrat an Met und Wikingerblut eingekauft. Bei Herrn Hillenbrand gab es noch je ein Fläschchen Holunderbeer- und Löwenzahnsirup. Ich bin gespannt, wie diese beiden sich mit Hochprozentigem oder Perlendem mixen lassen.

Einkäufe beim Ökomarkt 2018

 

Lindenfelser Ökomarkt

Gestern war Ökomarkt in Lindenfels, wie schon seit etlichen Jahren am ersten Sonntag im September. Die Händler standen nicht gerade dicht an dicht, es hätten noch einige Platz gehabt. Dafür war erfreulich wenig Kruscht im Angebot, bei dem man sich fragt, was er ausgerechnet auf einem Ökomarkt zu suchen hat. Die Buchhandlung Lichtblick aus Zwingenberg hatte neben einigen Tischmetern Esoterik auch handfeste Praxisbücher zu Selbstversorgung und Selbermachen dabei. Ansonsten gab es statt Krempel Pflanzen und handgesiedete Seifen, Großes und Kleines aus Holz, Textilien und Keramik. Und natürlich echtes Essen, aus der Region und von weiter her.
Kräuter und ZierpflanzenMein ursprünglicher Plan für den Sonntag lautete, auf dem Markt eine Kleinigkeit essen, dann Schwimmen gehen. Aber dann habe ich so viel feine Sachen entdeckt, dass ich so schnell nicht weggekommen bin.
Die „Kleinigkeit“ waren chilenische Empanadas, eine gefüllt mit Tomaten, eine mit Spinat und Käse. Merke: Man muss den Teig nicht unbedingt aus Vollkorn-Dinkelmehl machen, nur weil man auf dem Ökomarkt steht. Die Weizen-Variante war eindeutig knuspriger geraten. Stand SchöllkopfhofGleich gegenüber, am Löwenbrunnen, gab es frisches Gemüse. Damit hatte ich mich leider schon vorher eingedeckt, aber zwei Pfund Kartoffeln – eins rot, eins blau – waren noch drin. Die halten sich ja bekanntlich etwas länger. Beim Stand nebenan wurde es ein Glas Kokosmus. Nicht gerade kalorienarm, dieser Brotaufstrich, und direkt vor der Haustür wachsen die Nüsse auch nicht. Aber bei „hin und wieder mal ein bisschen“ hält das Glas hoffentlich eine Weile vor.

Eine spannende Neueröffnung steht für Ende Oktober in Reichelsheim bevor: El Gusto bietet mediterrane Feinkost an. Das Olivenöl aus Katalonien gehört sozusagen zur Familie.
Eine Hanfplantage kann ich mir jetzt auch anlegen. Cannamoda aus Sachsenheim hatte nicht nur Kleidung und Taschen aus Hanf dabei, sondern auch Ess- und Trinkbares sowie Kosmetik. Mindestens eine Pflanze für den Balkon wird bei dem reichlichen halben Pfund Körner fürs Müsli oder zum Keimen wohl herauskommen …

Taschen aus HanfBei den feinen Bränden aus Litzelbach habe ich mich mit dem Probieren eher zurückgehalten, ich war ja noch der Meinung, ich müsste noch Auto fahren (zur Odenwald-Therme, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden). Dabei wirkte die Auswahl an Hochprozentigem sehr interessant, vor allem die Liköre mit ihren Nibelungen-lastigen Namen. Meine Alkoholvorräte habe ich dann ein paar Stände weiter bei Imker Stefan Hillenbrand ergänzt, da gab es nämlich Met.

Stand Odenwälder Feine Brände

Ein hilfreiches Angebot für Tage, an denen es schnell gehen muss, hatte Sabines Suppenmanufaktur aus Mutterstadt dabei. Wie der Name schon sagt, gibt es dort Suppen im Glas, ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. Da ich meistens doch eher Frisches koche, wurden es hier zwei Päckchen Nudeln, eins davon aus Emmermehl. Ich bin gespannt, wie die sich als Grundlage für Gemüse machen.

Stand Bio-Keller

Bisher macht das Ganze einen sehr vegetarischen, abgesehen vom Honig auch veganen Eindruck, ohne dass dafür besondere Verrenkungen nötig wären. Bei dem Thema liegt das ja nahe. Fleisch gab es aber auch, zum einen in etlichen von Sabines Suppen, zum anderen geräucherte Wurst und Schinken vom Schaf (und die andere Hälfte des Standes lag voll mit kuschelig aussehenden Fellen, so richtig einladend zum Reinlegen).
Insgesamt ein buntes Angebot an leckeren und angenehmen Dingen, von denen die meisten nicht erst um die halbe Welt reisen müssen, damit wir sie vor Ort kaufen können. Hin und wieder lohnt sich eine kleine Entdeckungstour wie diese. Ich bin gespannt auf den Markt im nächsten Jahr.

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