La Ballade

Geschichten und Musik

Kategorie: Echtes Essen

Äpfel und was man damit machen kann

Äpfel und was man damit machen kann

Traditionelles Superfood

Die aktuelle Kochbuch-Übersetzung zum Thema „Äpfel und was man damit machen kann“ ist so gut wie fertig. Das nehme ich zum Anlass, den Weltenbau kurz pausieren zu lassen* und hier ein Rezept im Sinne des Autors zu posten. Seine Oma und meine Oma sind da offenbar auf ähnliche Ideen gestoßen.

Blutwurst-Toast

Man nehme:

  • 1 Scheibe Bauernbrot
  • Blutwurst-Scheiben
  • Apfelspalten
  • 1 Scheibe kräftigen Schnittkäse
  • Senf (nach Wunsch)

Das Brot (eventuell mit Senf bestreichen, dann) mit Blutwurst belegen. Darauf die Apfelscheiben legen. Mit dem Käse abdecken und bei 180 °C im Backofen überbacken.

Ein bisschen richtiger Süßkram darf dabei nicht fehlen. Also:

Apfelpudding
  • ca. 350 g Äpfel
  • 500 ml Apfelsaft
  • 1 Päckchen Vanille- (oder Sahne-)Puddingpulver

Äpfel schälen, Kernhaus entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Den Apfelsaft aufkochen, das Puddingpulver einrühren, und während das Ganze abkühlt, die Äpfel unterheben. Wenn der Pudding erkaltet ist, mit Schlagsahne servieren. Wer es etwas herber mag, nimmt Apfelwein statt -saft.

Die Odenwälder Apfelfreunde sind derzeit wohl noch mit dem Baumschnitt beschäftigt, aber bis das Buch erscheint, gibt es bestimmt auch Neues zum diesjährigen Apfelherbst.

* Außerdem habe ich gestern etliche Kilo Recherchematerial zum nächsten Thema angeschleppt, das ich erst einmal verarbeiten muss.

 

#obm2018 – Dienstleisteraufgabe 12: Goodies

Potenziell zu gewinnende Goodies

Eine kleine Auswahl

Ich begrüße euch zum letzten Messetag. Vielen Dank für eure bisherigen Besuche. Zum Abschied gibt es heute etwas zu gewinnen:

Nennt mir (per E-Mail) bis heute Abend, 23:59 Uhr, den Titel eines Brettspiels, an dem ich mitgewirkt habe. Unter den richtigen Einsendungen verlose ich drei Kochbücher aus meinem Sortiment.

Zu diesem Zweck brauche ich von euch folgende Daten: eine E-Mail-Adresse (von allen, die teilnehmen) und von den dreien, die gewonnen haben, die Postanschrift. Diese speichere ich, bis die Gewinne angekommen sind. Danach werden sie gelöscht. Es gibt keinen Newsletter, auf den ich euch hinterrücks abonnieren könnte.

#obm2018, #obm2018halle3, #onlinebuchmesse

Fünf Pfund Belegexemplare …

… sind gestern hier angekommen: Restlos gut von Hugh Fearnley-Whittingstall. Wer bereit ist zu glauben, dass „Mindestens haltbar bis“ nicht dasselbe bedeutet wie „Tödlich giftig ab“, findet darin eine Menge spannende Möglichkeiten, Lebensmittelreste zu verarbeiten – sei es zu einem weiteren Essen oder zu praktischen Hausmitteln für den Alltag. Außerdem gibt es Tipps zur Einkaufsplanung und zur richtigen Aufbewahrung, damit immer ein passender Rest zur Verfügung steht und möglichst wenig unrettbar dahin geht.

Belegexemplare

Kochbuch-Neuerscheinung: Restlos gut

Da zur Zeit vor allem Bedienungsanleitungen und Werbung für geräuschvolles, blinkendes Kinderspielzeug vorbeikommen, freut mich diese Sendung ganz besonders. Ebenso das kurze Korrektorat für Tourismus-Werbung in einer weniger häufig besuchten Gegend.

Selfpublishing

Zwischendurch bereite ich diverse Geschichten zum Selfpublishing als E-Book vor. Die erste soll Schatzzeiger werden, eine Kurzgeschichte aus der Anthologie Tierische Teufel – teuflische Tiere. Ich bin also mit Cover basteln und den richtigen Distributor suchen beschäftigt. Geplant ist die Veröffentlichung zum 1. Oktober. Danach soll es zweimonatlich weitergehen, mit kurzen und auch längeren Geschichten.

Mehr Katzen

Zum Dritten habe ich noch immer meinen Katzenkrimi in Arbeit. Er könnte diesen Monat noch fertig werden, denn das Chaos entwirrt sich immer eleganter. Zur Zeit sind es 32.000 Wörter und vermutlich werden nicht mehr allzu viele dazukommen. Gleichzeitig schreiben noch etliche andere Autorinnen und Autoren (z. B. Tina Alba und Tanja Rast) an 50 weiteren Katzengeschichten, sodass in absehbarer Zeit ein Jahresvorrat bereit liegt. Wenn es so weit ist, erscheinen sie im Abstand von einer Woche im Machandel-Verlag – je nach Umfang als „normales“ Taschenbuch oder als Mini-Büchlein.

Neue Termine

Der Buch-Oktober mit Frankfurter Buchmesse und vor allem BuCon, nicht zu vergessen der Lesung von Kirstin Breitenfellner am 11. Oktober in Bensheim, wird dieses Jahr aus familiären Gründen ohne mich stattfinden. Dafür bin ich im November beim NaNoWriMo am Start, voraussichtlich wieder mit Portal-Fantasy. Plot ist vorhanden, die Figuren laufen sich warm – es kann nur abenteuerlich werden.

Lindenfelser Ökomarkt 2018

Mein Blog hat offensichtlich ein ganzes Jahr überlebt, denn hier kommt der zweite Bericht vom Lindenfelser Ökomarkt. Der fällt leider deutlich kürzer aus als 2017. Es waren weniger Händler da, wodurch sich der Kruscht-Anteil erhöht hat. Die anwesenden interessanten Händler waren größtenteils alte Bekannte.

Cannamoda zum Beispiel. Trotz Anbau auf dem Balkon habe ich noch genügend Hanfsamen in der Vorratsdose, da musste ich keinen Nachschub holen. Dafür gab es Hanf-Dinkel-Nudeln und einen Hanf-Brombeer-Tee. (Sabines Suppenmanufaktur fehlte in diesem Jahr leider, also keine Emmernudeln.)

Daneben gab es einen neuen, schön bunten Seifenstand von Marion Thiel aus Lampertheim.

Handgesiedete Seifen

Auch Odenwälder Feine Brände aus Litzelbach waren wieder zur Stelle. Bei ihnen habe ich einen Pfirsich- und einen Brombeer-Limetten-Secco erworben, zum gemütlichen Probieren zu Hause.

Für einen längeren Aufenthalt in der Burgstraße war das Wetter dieses Jahr leider wenig einladend – trüb, kalt und zugig. Der tapferen Frau Rusch von Cannamoda ist während des Aufbaus sogar der Stand davongeflogen. Folglich habe ich nur schnell bei den Schäfern Wüstenhagen und Pollmann aus Hetzbach eine Lammsalami und bei Imker Hillenbrand den nötigen Vorrat an Met und Wikingerblut eingekauft. Bei Herrn Hillenbrand gab es noch je ein Fläschchen Holunderbeer- und Löwenzahnsirup. Ich bin gespannt, wie diese beiden sich mit Hochprozentigem oder Perlendem mixen lassen.

Einkäufe beim Ökomarkt 2018

 

Der Zaziki muss weg

Außerdem freue ich mich, dass ich nach dem Umzug den Zugang zu diesem Blog wieder gefunden habe. Also gibt es heute kurz und herzhaft ein Rezept für unterwegs:

  • 60 g 5-Korn-Müsli (das vorzugsweise Buchweizen enthält)
  • 100 g Zaziki
  • 1 Möhre, in Scheiben geschnitten
  • 80 g Krabben, klein & handlich
  • ca. 50 ml Milch
  • eine Prise Kräuter

Alles gut verrühren, ab ins Schraubglas und im Rucksack ruhen lassen, bis man gemütlich in der Bahn sitzt und Zeit zum Essen hat.

Ich bin gerade von einer Fortbildung zurück. Rein zufällig habe ich auf XING Nicole Tomberg entdeckt, die unter anderem Englischkurse für Winzer anbietet. Da gehöre ich eindeutig nicht zur Zielgruppe, denn mein Kontakt zu Wein besteht im Wesentlichen darin, dass ich gern welchen trinke. Andererseits hatte ich in letzter Zeit beim Übersetzen doch mit der Herstellung von Cava zu tun, mit touristischen Angeboten rund um Weinberge und -keller und mit Restaurantbeschreibungen, in denen umfangreiche Weinkarten gelobt werden. Also dachte ich mir, dass ein bisschen Fachwortschatz und überhaupt Grundlagenwissen zum Thema nicht schaden könnten.

Der Kurs fand in den Räumen der Gebietsweinwerbung Frankenwein-Frankenland statt, und außer mir waren alle Anwesenden mit der Herstellung und dem Verkauf von Wein beschäftigt. Vertreten waren die Anbaugebiete Franken – natürlich –, Rheinhessen, Pfalz und Saale-Unstrut. Bei entsprechender Vorbereitung hätte ich ja für die Bergstraße antreten können, nur hatte ich vorher überhaupt keine Vorstellung, worum es denn gehen könnte.

Es ging zunächst um die Arbeit im Weinberg. Dazu fiel mir noch ein bisschen was ein, dank der zahlreichen Gartenbücher, die im Lauf der Jahre bei mir vorbeikamen. Von der einen oder anderen Betriebsführung bei traditionellen Getränkeherstellern waren auch ein paar Begriffe zum Thema Maische, Gärung, Lagerung und Abfüllung hängengeblieben. Aber beim Wein kommen natürlich noch ein paar Dinge dazu: die Lage, der Boden, die Rebsorte, diverse Verarbeitungsschritte, die nöig sind, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Gegen Ende stand auch die bekannte Weinproben-Poesie auf dem Programm, die ihre eigenen Regeln und je nach Sprache unterschiedliche Vergleichsgrößen hat. Auf Englisch kann ein Wein zum Beispiel das Aroma von „wet stone“ haben, auf Deutsch würde das vermutlich noch unter „erdig“ oder „mineralisch“ fallen.

Die Kursarbeit spielte sich vor allem mündlich ab. Man beschrieb sich gegenseitig das eigene Weingut, die Weine, die Kundengruppen und was sonst noch dazugehört. Dazu hatte ich naturgemäß nicht viel zu sagen, dafür aber genug Zeit, Fachleuten zuzuhören, Fragen zu stellen, auch mal dumme, und dabei eine Menge zu lernen. In der kleinen Weinprobe am Schluss kam das Ganze praktisch zur Anwendung.

Nicht ganz passend zum potenziell „genussreichen“ Thema fand die Mittagspause am Samstag beim nächstgelegenen EDEKA mit Heißtheke statt. Leider bin ich auch sonst nicht groß in Würzburg herumgekommen, um das eine oder andere Lokal auszuprobieren. Das muss ich bei passender Gelegenheit nachholen – und dabei auch gleich die Kenntnisse in Sachen Frankenwein auffrischen und erweitern.

Pläne …

… sind dazu da, dass man sie umwirft. Aber dazu müssen sie erst einmal irgendwo stehen. Also hier.

Übersetzen

Was das Übersetzen angeht, ist es relativ einfach. Ich habe einen „Dauerauftrag“ bei einer Agentur, darüber hinaus sind noch keine größeren Projekte in der Leitung. In Sachen „echtes Essen“ erscheint demnächst Viel mehr vegetarisch im AT Verlag. Aus dieser Richtung darf gern die eine oder andere Fortsetzung kommen. Ansonsten suche ich nach spannenden Groß- und Kleinaufträgen aus der Ecke Kunst und Kultur.

Musik

Die Musikpläne sind ebenfalls noch übersichtlich. Ende des Monats trifft sich OTIK e.V. zur Planung des diesjährigen Kurses in Neckarzimmern. Wenn wir aus den vielen spannenden Ideen mit tollen Referenten die zehn herausgepickt haben, die in diesem Jahr am besten passen, geht es weiter mit der Ausschreibung und ab dem Frühsommer mit der Anmeldung. Die Veranstaltung startet in diesem Jahr am 1. November.

Nach den Weihnachtsferien probt wieder das Ensemble Saitenwind, und die Playford-Schnecken planen einen Auftritt im März.

Ebenfalls im März findet die Etappe Alter Musik auf Burg Fürsteneck statt, und bis dahin, nämlich am Fastnachtswochenende, die Schwäbisch Haller Sackpfeifertage auf der Comburg. Gegen Ende des Jahres, freundlicherweise im passenden Abstand zwischen BuCon und Neckarzimmern (siehe oben), gibt es einen Organetto-Kurs der Firma Wolkenstayn … Ich glaube, das reicht erstmal.

Schreiben

Schließlich gibt es auch noch Schreibpläne. Für den Januar liegt hier das Lektorat einer Kurzgeschichte, die rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse in einer Anthologie des Verlags Torsten Low erscheinen soll. Dann möchten zwei Katzengeschichten für ein Projekt des Machandel-Verlags fertig geschrieben und überarbeitet werden.

Außerdem will ich dieses Jahr aktiv auf Agentursuche gehen, und zwar mit einem High-Fantasy-Roman nach dem klassischen Strickmuster: „Die auserwählte Heldin sammelt Artefakte und besiegt den Evil Overlord“. Begonnen hat er seine Karriere als „200 g Fantasy-Roman“, hieß eine Zeitlang „Die Erbin der Barden“ und soll jetzt als „Reiter im Abendrot“ sein Glück machen.

Neu geschrieben wird zur Zeit eine Kurzgeschichte für die Ausschreibung des Leseratten-Verlags. Kann also sein, dass hier bald das eine oder andere schräge Recherche-Ergebnis zum Thema Wikinger oder Zentauren auftaucht.

… und der ganze Rest

Ansonsten stehen ein paar Ideen für Artikel aus verschiedenen Kategorien Schlange – ein Pepsi-, äh, Ginger-Ale-Test, eine CD und das eine oder andere Buch zum Vorstellen, was zur letzten Übersetzung von 2017 … Pläne für eigene Experimente mit echtem Essen habe ich auch, zum Beispiel die Herstellung von Gemüsekonserven. Es wird sich also ein bisschen was tun.

Lindenfelser Ökomarkt

Gestern war Ökomarkt in Lindenfels, wie schon seit etlichen Jahren am ersten Sonntag im September. Die Händler standen nicht gerade dicht an dicht, es hätten noch einige Platz gehabt. Dafür war erfreulich wenig Kruscht im Angebot, bei dem man sich fragt, was er ausgerechnet auf einem Ökomarkt zu suchen hat. Die Buchhandlung Lichtblick aus Zwingenberg hatte neben einigen Tischmetern Esoterik auch handfeste Praxisbücher zu Selbstversorgung und Selbermachen dabei. Ansonsten gab es statt Krempel Pflanzen und handgesiedete Seifen, Großes und Kleines aus Holz, Textilien und Keramik. Und natürlich echtes Essen, aus der Region und von weiter her.
Kräuter und ZierpflanzenMein ursprünglicher Plan für den Sonntag lautete, auf dem Markt eine Kleinigkeit essen, dann Schwimmen gehen. Aber dann habe ich so viel feine Sachen entdeckt, dass ich so schnell nicht weggekommen bin.
Die „Kleinigkeit“ waren chilenische Empanadas, eine gefüllt mit Tomaten, eine mit Spinat und Käse. Merke: Man muss den Teig nicht unbedingt aus Vollkorn-Dinkelmehl machen, nur weil man auf dem Ökomarkt steht. Die Weizen-Variante war eindeutig knuspriger geraten. Stand SchöllkopfhofGleich gegenüber, am Löwenbrunnen, gab es frisches Gemüse. Damit hatte ich mich leider schon vorher eingedeckt, aber zwei Pfund Kartoffeln – eins rot, eins blau – waren noch drin. Die halten sich ja bekanntlich etwas länger. Beim Stand nebenan wurde es ein Glas Kokosmus. Nicht gerade kalorienarm, dieser Brotaufstrich, und direkt vor der Haustür wachsen die Nüsse auch nicht. Aber bei „hin und wieder mal ein bisschen“ hält das Glas hoffentlich eine Weile vor.

Eine spannende Neueröffnung steht für Ende Oktober in Reichelsheim bevor: El Gusto bietet mediterrane Feinkost an. Das Olivenöl aus Katalonien gehört sozusagen zur Familie.
Eine Hanfplantage kann ich mir jetzt auch anlegen. Cannamoda aus Sachsenheim hatte nicht nur Kleidung und Taschen aus Hanf dabei, sondern auch Ess- und Trinkbares sowie Kosmetik. Mindestens eine Pflanze für den Balkon wird bei dem reichlichen halben Pfund Körner fürs Müsli oder zum Keimen wohl herauskommen …

Taschen aus HanfBei den feinen Bränden aus Litzelbach habe ich mich mit dem Probieren eher zurückgehalten, ich war ja noch der Meinung, ich müsste noch Auto fahren (zur Odenwald-Therme, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden). Dabei wirkte die Auswahl an Hochprozentigem sehr interessant, vor allem die Liköre mit ihren Nibelungen-lastigen Namen. Meine Alkoholvorräte habe ich dann ein paar Stände weiter bei Imker Stefan Hillenbrand ergänzt, da gab es nämlich Met.

Stand Odenwälder Feine Brände

Ein hilfreiches Angebot für Tage, an denen es schnell gehen muss, hatte Sabines Suppenmanufaktur aus Mutterstadt dabei. Wie der Name schon sagt, gibt es dort Suppen im Glas, ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. Da ich meistens doch eher Frisches koche, wurden es hier zwei Päckchen Nudeln, eins davon aus Emmermehl. Ich bin gespannt, wie die sich als Grundlage für Gemüse machen.

Stand Bio-Keller

Bisher macht das Ganze einen sehr vegetarischen, abgesehen vom Honig auch veganen Eindruck, ohne dass dafür besondere Verrenkungen nötig wären. Bei dem Thema liegt das ja nahe. Fleisch gab es aber auch, zum einen in etlichen von Sabines Suppen, zum anderen geräucherte Wurst und Schinken vom Schaf (und die andere Hälfte des Standes lag voll mit kuschelig aussehenden Fellen, so richtig einladend zum Reinlegen).
Insgesamt ein buntes Angebot an leckeren und angenehmen Dingen, von denen die meisten nicht erst um die halbe Welt reisen müssen, damit wir sie vor Ort kaufen können. Hin und wieder lohnt sich eine kleine Entdeckungstour wie diese. Ich bin gespannt auf den Markt im nächsten Jahr.

Das River-Cottage-Universum

Mein Autor“

Damit meinen die meisten übersetzenden Kolleginnen und Kollegen etwas anderes. „Meiner“ schreibt keine Krimireihe, deren Held nach all seinen Abenteuern über hundert Jahre alt sein müsste, auch keine Fantasysaga, in der die Vor- und Frühgeschichte einer ganzen Welt episch ausgebreitet wird. Hugh Fearnley-Whittingstall schreibt Kochbücher.

Was den Umfang angeht, können sie es ohne Weiteres mit Romanen aufnehmen, und zuverlässig erscheint jedes Jahr mindestens ein neues. Viele davon bringt der AT Verlag ebenso regelmäßig auf Deutsch heraus. Braucht man die denn alle?

Eine kleine Auswahl

Das werden verschiedene Leute sicher unterschiedlich sehen. Meine Meinung ist: Ein paar davon nicht nur ins Regal zu stellen, sondern zu nutzen, schadet nicht. Denn es geht darin nicht nur um Rezepte, nicht um den neuesten Foodie-Trend, schon gar nicht um die allein seligmachende Ernährungsweise. Letzteres ist für mich ein hinreichender Grund, mich auf jedes neue Buch zu freuen. Denn es enthält mit Sicherheit neue, spannende Rezepte, die man guten Gewissens anderen vorsetzen kann.

Frei

Wird Essen als ((was auch immer))-frei angepriesen, setzt häufig der Gedankengang ein: „Oh, jetzt soll ich auch noch auf ((was auch immer)) verzichten. Was nehme ich bloß stattdessen?“ Das Kochbuch Täglich vegetarisch verfolgt eher den gegenteiligen Ansatz. Es präsentiert eine Menge appetitanregender Rezepte aus einer kaum überschaubaren Auswahl von Zutaten in allen Formen, Farben und Größen. Wenn überhaupt, kann man sich nach dem Durchkochen fragen: „Wo soll ich denn da auch noch Fleisch oder Fisch unterbringen?“

Das Gleiche gilt für die demnächst erscheinende Fortsetzung Viel mehr vegetarisch. Die ist sogar komplett vegan ausgerichtet, ohne dass es besonders auffällt. Wer keine Lust auf Hafermilch hat, nimmt eben andere. Ersatzprodukte auf Sojabasis tauchen in keinem von beiden Büchern auf. Tofu hat seine Rolle als traditionelle Zutat der asiatischen Küche und das war‘s.

Ein weiteres Buch aus der Reihe, Light & Easy, konzentriert sich auf laktose- und glutenfreie Rezepte. Nur geht es nicht darum, diese beiden Inhaltsstoffe zu verteufeln, sondern aufzuzeigen, wie viele leckere Dinge im Massenangebot an Lebensmitteln untergehen. In diesem Buch tauchen ungewönlich viele Ersatzstoffe wie Nussmilch auf. Auch Kokosfett spielt eine erstaunlich große Rolle, vor allem dann, wenn das Kokos-Aroma auch erwünscht ist. Für andere Fälle gibt es Rapsöl, das etwas näher vor der Haustür entsteht.

Do it yourself

Der Ausgangspunkt ist, um hier doch mal ein Foodie-Schlagwort zu verwenden, „das Produkt“ – möglichst wenig verarbeitet, möglichst wenig gereist. Da gibt es mehr Auswahl, als man sich zunächst vorstellt. Nicht unbedingt beim nächsten Discounter, sondern auf dem Markt, direkt bei den Erzeugern – und das kann durchaus die geneigte Leserin selbst sein.

Das River-Cottage-Universum enthält ausführliche Anleitungen zum Selbermachen von Lebensmitteln, die man üblicherweise fertig kauft. Abgesehen von den Grundrezepten, die an passender Stelle in den „normalen“ Kochbüchern auftauchen, sind ausführliche Handbücher unter anderem zum Brotbacken oder zum Räuchern und Pökeln enthalten. Darin geht es zwar auch um den Anlagenbau, für den es zumindest einen ausreichend großen, persönlich nutzbaren Hinterhoft braucht, aber das meiste lässt sich doch in der Küche nachvollziehen.

Anders sieht es bei der Hühnerhaltung aus, denn die lässt sich auch nicht einfach nach dem Ausprobieren wieder einstellen. Deshalb hält der Autor von Huhn & Ei– hier Mark Diacono – mit seiner Begeisterung nicht hinter den Berg, verwendet aber mehrere Kapitel auf grundsätzliche Fragen und die zu erwartenden Kosten. Auch später potenziell auftrende Probleme werden angesprochen und praktikable Lösungen vorgeschlagen.

Noch eine Möglichkeit, direkt an gutes, frisches Essen zu kommen, besteht darin, es in Wald und Flur zu sammeln. Auch dazu gibt es Bücher und Kurse (siehe unten). Allerdings ist das Angebot da doch sehr regionalspezifisch: Als Odenwälder Bergbewohnerin habe ich nicht allzu viele Möglichkeiten, mal eben ein Körbchen voll Queller einzusammeln. Der besiedelt, laut Wikipedia, „Wattböden der Meeresküsten“. Deshalb sind hier andere Informationsquellen mit hoher Wahrscheinlichkeit sinnvoller.

Man kann also eine Menge Aufwand betreiben, um sich mit gutem Essen zu versorgen. Man kann aber auch mit mehr Fantasie als Ausrüstung einsteigen und sich von dort aus vorarbeiten – wenn man will. Denn, siehe oben, dies ist nicht die allein seligmachende Art, sich zu ernähren, sondern für uns heute nur eine – interessante – von vielen möglichen.

Live und in Farbe

Das Ganze live und in Farbe ausprobieren kann man bei der nächsten Englandreise, wenn man sich von Axminster aus in die Wildnis wagt. Im River Cottage HQ werden Kurse zu verschiedenen Themen angeboten, seien es gewöhnliche Koch- und Backkurse oder exotischere Dinge wie Käseherstellung oder Sammeln – je nach Jahreszeit eher Beeren oder Pilze; auch ein Streifzug an der Küste ist vorgesehen. Für die richtig Unerschrockenen gibt es Bienenhaltung oder die Grundlagen der Kleinbauerei. Im August findet das jährliche Festival statt, das außer gutem Essen und Informationen dazu auch Musik und allerlei spaßige Aktivitäten bietet. Einfach essen gehen ist natürlich auch drin, in den Restaurants („Canteens“) in Axminster, Bristol und Winchester.

Hier geht es zum River Cottage   *   Hier geht es zum AT Verlag

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén