Geschichten und Musik

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Es geht weiter

Nach einem Monat Pause geht es wieder weiter. Ich habe einiges an der Technik verändert und mich einigermaßen daran gewöhnt. Ein neues Theme, das mir gefällt, habe ich aber immer noch nicht gefunden. Also bleibt es bei diesem. Ansonsten steht im Buchrevier ein Beitrag, der mir genau aus dem Herzen spricht.

Es geht weiterDas erste Kochbuch von diesem Jahr und das zweite aus dem vergangenen sind erschienen – siehe Bild. Am zweiten für dieses Jahr arbeite ich gerade, zur Abwechslung in OmegaT. Wenn die 100.000 Wörter verarbeitet sind, werde ich mich wohl mit den Feinheiten angefreundet haben. Das Werk fällt ein bisschen umfangreicher aus als gedacht, deshalb läuft daneben nicht allzu viel – keine Spiele und ziemlich wenig Text für hier.

Geschichten gibt es aber trotzdem bald wieder. Schließlich steht noch dreimal “optimistischer Eskapismus” aus.

Ebenso laufen, wie schon erwähnt, die Vorbereitungen zum NaNoWriMo. Der spielt sich sowieso online ab, der wird auch dieses Jahr nicht ausfallen. Ich habe zu diesem Anlass einen Plot entwickelt und verschenkt, im Gegenzug habe ich einen von einer freundlichen Mitschreiberin bekommen. Ein beachtlicher Teil davon wird Alternate History. Um daraus etwas Ansprechendes zu machen, recherchiere ich gerade zum Thema schottische Geschichte ab etwa 1700. Historische Landkarten werden eine Rolle spielen und ein Naturschutzgebiet. Über dessen potenzielle Bewohner muss ich mich auch noch schlau machen. Und hoffen, dass im November wieder genug Energie zum Schreiben da ist, denn das geht zur Zeit eher schleppend voran.

Geplant war einmal, im August und September einen High-Fantasy-Roman zu überarbeiten und für die Veröffentlichung im Oktober fertig zu machen. Damit hänge ich jetzt ungefähr bei der Hälfte des Textes in einer Reihe von Plotlöchern fest. Kaum denke ich, ich habe eins gestopft, tut sich das nächste auf. Das dauert also noch ein bisschen. Ich hoffe, dass ich damit im Dezember herauskommen kann.

Für Oktober wird es jetzt noch einmal eine Kurzgeschichte, wenn alles klappt. Die wird nicht bei BoD erscheinen, sondern bei anderen Anbietern, und ich bin noch am Sortieren, wie eine praktische Kombination aussehen könnte.

Es gibt allerdings jetzt schon etwas Neues zum Lesen: Mein Katzenabenteuer Buntspecht und Anton ist jetzt offiziell erschienen und – elektronisch oder gedruckt – in der Buchhandlung des Vertrauens erhältlich. Eine Leseprobe gibt es hier.

Es geht weiter

Virtuelles Konzert Nr. 3 – Halleluja

Virtuelles Konzert Nr. 3 - HallelujaGerade bahnt sich ein nicht ganz alltäglicher Übersetzungsauftrag mit reichlich Halleluja an. Den nehme ich zum Anlass, um unter dem Motto #frauenzählen im Evangelischen Gesangbuch (Ausgabe Hessen) auf die Jagd zu gehen. Es wurden 35, davon sieben Komponistinnen – auf 652 Lieder und Gesänge.

Ich habe ein paar herausgepickt, nicht gerade die Version, wo aus Frieda (Fronmüller) doch noch schnell ein Franz wurde. Von allen vier Liedern gibt es übrigens mindestens eine Singfassung in einer anderen Sprache. In wie fern sie noch gesungen wird, ist eine andere Frage.

Freuet euch der schönen Erde  (Frieda Fronmüller)

Stern, auf den ich schaue (Minna Koch)

Solang es Menschen gibt auf Erden (Tera de Marez Oyens)

Kommt mit Gaben und Lobgesang (Doreen Potter)

 

 

 

Virtuelles Konzert

Inzwischen wackeln auch schon die Termine für Mitte Juni. Der VdÜ hat die Anmeldung für das Wolfenbütteler Gespräch ausgesetzt. Nach Ostern, so hofft die Organisation, steht dann sicher fest, dass die Veranstaltung stattfinden kann.

Aber ich wollte hier ja nicht unbedingt Hiobsbotschaften verbreiten. Der Ausfall der Leipziger Buchmesse hat ein medienwirksames Loch gerissen, betroffen waren aber auch noch andere Veranstaltungen.

Hier kommt also nach dem #bücherhamstern eine kleine Sammlung von Musik, von der Art, die am vergangenen Wochenende auf Burg Fürsteneck dran gewesen wäre.

Ich wünsche angenehme Unterhaltung und spannende Funde beim weiteren Stöbern anhand der Links.

Oder in anderen Konstellationen:

Evas Äpfel

Supersonus

sYn.de

Servir Antico

Les haulz et les bas

 

 

Äpfel

Ende Februar habe ich es schon angekündigt, inzwischen sind die Belegexemplare da. Natürlich will ich dieses schöne Buch herumzeigen, solange die Äpfel noch Saison haben:

Das Buch "Äpfel" von James Rich

James Rich, Äpfel – Rezepte aus dem Obstgarten, AT Verlag

Deshalb verzichte ich vorerst auf den angedachten Artikel zur Ebbelwoi-Internationale, der durch verschiedene Ecken Westeuropas führen und zeigen würde, dass ein Getränk nicht in Dosen daherkommen muss, um Kult zu sein. Dafür gibt es ein weiteres Rezept – siehe unten.

Außerdem geht auch die zweite Kochbuch-Übersetzung für dieses Jahr schon ihrem Ende entgegen. Darin spielen sehr viel exotischere Zutaten eine Rolle, und ich werde wahrscheinlich bald Näheres dazu schreiben. Vielleicht, nachdem ich das eine oder andere Rezept mal ausprobiert habe. Zur Zeit arbeite ich an dem Kapitel mit Desserts und Süßigkeiten, das enthält ein paar sehr vielversprechende Ideen.

Apfelweinkuchen

Für den Boden
  • 125 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 250 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
Für den Belag
  • 3 Pfund Äpfel
  • ¾ l Apfelweinkuchen
  • 250 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 Päckchen Vanillepudding
  • 2 Becher Sahne
  • Kakao

Den Teig für den Boden kneten und in eine Springform drücken

Die Äpfel schälen, in kleine Würfel schneiden und auf dem Boden verteilen.

Den Pudding mit Apfelwein, Zucker und Vanillezucker zubereiten wie mit Milch. Das Ganze über die Äpfel gießen.

Bei 175 °C 90 Minuten backen.

Mindestens ½ Tag abkühlen lassen, dann erst aus der Form nehmen.

Die Sahne steifschlagen und auf die Torte streichen.

Mit Kakao bestreuen.

Der Apfelwein kann natürlich durch Saft ersetzt werden.

 

 

Bücherfrauen: Akademie im Grünen

Wie im Terminkalender erwähnt, fand letzte Woche die Bücherfrauen-Akademie im Grünen statt, ein Seminar für Übersetzerinnen aus dem Englischen unter der Leitung von Ina Pfitzner. Die Teilnehmerinnen hatten vorher Texte eingereicht, die im Seminar besprochen wurden.
Ich hatte kurzzeitig daran gedacht, eine Szene aus der aktuellen Computerspiel-Übersetzung einzureichen – was vermutlich sowieso bei Strafe der ewigen Verdammnis verboten wäre. Letzten Endes erschien mir aber die Aussicht, an nicht CAT-tauglichen, zusammenhängenden Texten zu arbeiten, um Einiges spannender. Sehr zu recht, wie sich zeigte. Sachtexte aus unterschiedlichen Bereichen kamen ebenso an die Reihe wie Romanauszüge verschiedener Genres und Stilrichtungen. Das wurde ergänzt durch den einen oder anderen theoretische Exkurs über Syntax, über Stilanalyse, über Textökonomie. So weit, so klassisch, und das könnte man bestimmt auch online abwickeln.

Yoga

Was allerdings nur offline funktionierte, waren die drei Yoga-Einheiten pro Tag unter der Leitung von Lucia Rojas. Die Bewegung half, die bei der Textarbeit entstandenen Knoten im Hirn zu lösen. Im ersten Anlauf fand ich das Yoga vor allem entspannend, längst nicht so anstrengend wie zu Hause bei Heike Gerhard. Der Muskelkater kam erst dann ein paar Tage später, und an Muskeln, an die ich bisher nicht mal gedacht hatte.

Bücherfrauen: Akademie im Grünen

Auf dem Schornstein des Yoga-Hauses

Übersetzen

Beim Übersetzen hat sich ein ähnlicher Effekt gezeigt. Nur hatte ich hier schon länger das Gefühl, dass ich durch zu viel CAT-Einsatz beim Umgang mit längeren, durchgehenden Texten aus der Übung komme. Dagegen bot das Seminar allerlei Hilfsmittel, nicht nur in Form von abwechslungsreichen Texten. Ein Highlight war der Versuch, das Verhalten von Romanfiguren pantomimisch nachzustellen und auf diesem Weg die treffende deutsche Beschreibung zu finden. Auch das ist etwas, was sich online zwar bewerkstelligen lässt, aber bestimmt weniger Spaß macht.
Eine Skype-Sitzung gab es doch noch. Eine Teilnehmerin konnte wegen Krankheit nicht anreisen, deshalb wurde ihr Text auf diesem Weg besprochen.
Das funktioniere trotz des etwas eigenwilligen Internet-Zugangs im Seminarhaus. Mein Uralt-Laptop kam mit dem WLAN, wo es welches gab, zurecht und ließ sich im Gästehaus widerstandslos verkabeln, das Smartphone dagegen fühlte sich überhaupt nicht angesprochen.

Veranstaltungsort

Das Bio-Hotel Burg Lenzen hat eindeutig andere Stärken, die man ohne elektronische Ablenkung umso besser genießen kann. Was ich vom Gelände gesehen habe, war ausgesprochen einladend für weitere Spaziergänge. Wegen des straffen Seminarprogrammes mussten die leider ausfallen. Bei mir kam noch ein kleiner Spiele-Auftrag dazwischen, zudem knabberten die Essenszeiten an den vorgesehenen Pausen. Aber vielleicht wird das Schlösschen das Urlaubsdomizil für nächstes Jahr.

Die Akademie im Grünen hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe nicht nur ein paar großartige Kolleginnen kennengelernt – siehe hier –, sondern auch Anregungen für die weitere Arbeit bekommen, die ich bei meinem aktuellen Buchprojekt anwenden kann. Den zukünftigen Kurzgeschichten dürften sie ebenfalls zugute kommen.

Wolfenbütteler Gespräch 2019 – Nachlese Teil 2

Wolfenbütteler Gespräch - Nachlese Teil 1

Der Samstag besteht beim Wolfenbütteler Gespräch größtenteils aus Workshops. Darin geht es nicht nur um Übersetzungsprobleme, sondern auch um Sprachliches im Allgemeinen, um Berufskundliches und -politisches oder um Fachgebiete, die einen beim Übersetzen von Romanen aus dem Hinterhalt überfallen können. Polizeiarbeit und Forensik sind eher naheliegend, aber auch zum Thema Seefahrt oder Fußball wurde hier schon eingehend informiert.

Die Sprache der Musik

In diesem Jahr gab es „‘Twang, Groove, Riff, Jangle‘ – Die Sprache der Musik und ihre Übersetzung“ mit Dieter Fuchs. Wie der Titel schon vermuten lässt, ging es im Wesentlichen um Rock- und Popmusik – nicht unbedingt meine Richtung, aber dazu geht frau ja zu derlei Workshops, um mal über den Tellerrand zu schauen. Es ging um die Beschreibung von Klängen, insbesondere von Gitarren, und um die Terminologie. Da stellt sich oft die Frage, ob ein Begriff oder auch ein Titel übersetzt oder direkt übernommen wird. Nach dem offiziellen Ende des Workshops folgte noch ein Exkurs zum Thema Gitarrenstimmung und Grifftechnik.

Die Mittagspause war, wie üblich, relativ lang und es gab verschiedene Angebote, sie zu überbrücken, zum Beispiel mit einer Stadt- oder Bibliotheksführung. Ein Treffen mit Kolleg*innen war im Programm ausdrücklich vorgesehen, aber auch wer nicht mit Street Food vom Maifest in der Schünemannschen Mühle auftauchte, sondern die ortsansässige Gastronomie heimsuchte, stieß mit hoher Wahrscheinlichkeit auf fachsimpelnde Übersetzer*innen.

Online-Reputation

Am Nachmittag habe ich am Workshop zu Online-Reputation mit Dr. Karin Windt teilgenommen. Für die vielen Themen, die das berührt, war die Zeit eindeutig zu kurz. Eine wichtige Erkenntnis aus dem Austausch innerhalb der Gruppe war: Ich muss mich nicht verrückt machen. Es gibt viele Möglichkeiten, die sich auf vielfältige Weise nutzen lassen. Also probiere ich mich weiterhin mit dem aus, mit dem ich mich wohlfühle und was potenziell Spaß macht. (Übrigens: Seit ein paar Wochen gibt es vom mir auch Blümchen und Bücher bei Instagram).

Party

Der Samstagabend war zum Feiern vorgesehen. Nach der Übergabe des Hieronymusrings an Marianne Gareis war beim Abendessen bzw. Schlange stehen am Büffet noch reichlich Gelegenheit, sich zu unterhalten oder mindestens mal schnell Hallo zu sagen. Ich habe mich gefreut, hier auf Anne Emmert, Teresa Junek und Eva Schweikart zu treffen. Dafür fahre ich jedes Jahr nach Wolfenbüttel.

Die Lindenhalle ist nicht gerade die gemütlichste Location. Die Tanzwilligen mussten im Anschluss an das Essen ins Foyer umziehen. Aber Flair kommt nun mal mit der Zeit und den Erinnerungen, die sich mit einem Ort verbinden. Dafür ist „mod con“ auf jeden Fall eine feine Sache.

Es wird noch einen dritten Teil der Nachlese geben, die allerdings mehr mit dem Maifest und dem dortigen Street-Food-Angebot zu tun hat.

Und Teil 1 steht hier.

Wolfenbütteler Gespräch 2019 – Nachlese Teil 1

Wolfenbütteler Gespräch - Nachlese Teil 1

Das diesjährige Wolfenbütteler Gespräch begann für mich wegen einer Zugverspätung mit dem traditionellen Abendessen im Wok-In am Bahnhof. Das ist gleich die erste Gelegenheit, ein paar neue Kolleginnen kennenzulernen. In diesem Fall Christine Diefenbacher, Jeannette Bauroth und Anja Lerz.

Auf dem Weg zum Lesefest in der Schünemannschen Mühle bot das Maifest auf dem Stadtmarkt ein musikalisches Kontrastprogramm.

Im ersten Leseslot habe ich mir Claudia Buchholtz mit Der König der Pinguine von Ned Zeman angehört. Darin geht es um den Schweizer Fotografen Bruno P. Zehnder, der sich auf Kaiserpinguine spezialisiert hatte. Er starb auf der Jagd nach einer letzten Fotostrecke und wurde im Beisein einer Abordnung der nächstgelegenen Kolonie auf der Buromski-Insel bestattet. Welche Schlüsse wird wohl die Archäologie einer fernen Zukunft aus diesem Gräberfeld ziehen?

Im zweiten Programmteil vor der Pause las Christian Hansen aus Die Prinzessin Primavera von César Aira. Die Titelfigur übersetzt Unterhaltungsromane, und in Anbetracht des Publikums nahm ihre Berufsauffassung in der Lesung breiten Raum ein. Die Handlung dreht sich allerdings um ihre Auseinandersetzung mit ihrem ewigen Widersacher General Winter.

Nach der Pause war Karen Nölle an der Reihe, die schon beim PAN-Branchentreffen auf dem Podium vertreten war. Diesmal ging es allerdings nicht um Phantastik, sondern um Naturbeobachtung: Pilger am Tinker Creek von Annie Dillard. In dem betreffenden Ausschnitt machten die weit reisenden Monarchfalter bei der Erzählerin Station.

Damit war allerdings meine Aufnahmefähigkeit für diesen Abend erschöpft. Und das zweite Glas Wein hat nicht wirklich weitergeholfen. Also machte ich mich über das oben erwähnte Maifest – inzwischen mit Lightshow – auf den Weg zurück ins Hotel.

Fortsetzung folgt.

Repair-Café in Reichelsheim

Repair Café in Reichelsheim

Der Patient

Gestern habe ich eine neue Institution kennengelernt: das Repair-Café in Reichelsheim. Ich habe nämlich ein neues Spielzeug bekommen, das schon einige Abenteuer hinter sich hat. Das sieht vielleicht schlimm aus, aber das Innenleben des guten Stückchens scheint noch ganz intakt zu sein. Daher suchte ich einen Menschen, der bereit wäre, es zu reparieren, ohne mir nebenbei ein neues aufzuschwatzen. In der Zeitung stand der Hinweis auf das oben genannte Repair-Café, das immer am dritten Samstag im Monat stattfindet – praktischerweise gestern. Daraufhin habe ich den Patienten eingepackt und bin einmal hingefahren.

Wann und wo

Veranstaltungsort ist das Haus der Vereine in der Bismarckstraße. Auf der Suche danach ist mir auch gleich wieder eingefallen, dass bei den Märchentagen auf dem dazugehörigen Parkplatz ein Metstand untergebracht ist. Geöffnet ist das Repair-Café ab 14.00 Uhr, und es kommt offenbar gut an. Wie in dem Zeitungsartikel angekündigt, hatte ich gemütlich Zeit, einen Kaffee zu trinken. Sehr appetitanregend aussehenden Kuchen gab es ebenfalls, den habe ich mir aber heldenhaft verkniffen, weil ich abens noch zu einem Geburtstag eingeladen war.

Sowohl beim Publikum als auch bei den Helfer*innen waren verschiedene Altersgruppen vertreten. Neben freundlichen Menschen, die sich um Elektrogeräte in allerlei Formen und größen kümmerten, gab es auch eine Nähstation, an der neue Reißverschlüsse eingebaut und Strümpfe gestrickt wurden.

Nachdem ich eine Weile das Kommen und Gehen beobachtet und dabei eine Bekannte getroffen hatte, konnte ich einem jungen Mann mein Problem schildern und bekam Tipps, wie weiter vorzugehen wäre. Auf diesem Weg bin ich jetzt. Wenn alles klappt, wird aus dem Spielzeug demnächst ein Werkzeug.

Neues Spiel, neue Erfahrung

Es hat mir aber auch so schon einen gewissen Aha-Effekt beschert. Denn ich übersetze zwar Computerspiele, ich spiele aber keine. Der Herr, der mir das Gerät überlassen hat, musste aber vorher noch eins installieren. Das Ding macht leider süchtig, folglich habe ich das lädierte Display beim Schnecken abschießen noch ein bisschen weiter eingedrückt. Dafür habe ich jetzt einen Eindruck davon, wo diese Marketing- und Ingame-Texte am Ende landen. Sie sind in der Tat genauso nervig, wie sie beim Übersetzen wirken. Trotzdem kann ich die Finger kaum davon lassen.

Das Repair-Café werde ich wahrscheinlich bald wieder besuchen. Im Lauf der Veranstaltung sagte jemand: „Schade, dass ich nichts zu reparieren habe.“ Dieses Gefühl kann ich auch nach einem Besuch schon ganz gut nachvollziehen.

 

 

Aufbruch ins neue Jahr

Die Sternsinger waren da, die Weihnachtspause ist beendet. Es wird Zeit, ins neue Jahr aufzubrechen.

In meiner Übersetzerwerkstatt hat sich schon das erste größere Projekt für dieses Jahr eingefunden: ein Computerspiel, in dem wieder einmal tapfere Helden ausziehen, um ihre Welt zu retten. Der aktuelle Abschnitt ist recht dialoglastig und es gibt eine Handlung, die über Monster plätten, Truhen öffnen und bombastische Spielwerte einkassieren hinausgeht. So macht das Spaß.

Aufbruch ins neue Jahr mit Buntspecht und Anton

Wer trifft wen wo und wann?

Außerdem überarbeite ich gerade einen meiner Romane vom vergangenen November, Buntspecht und Anton – siehe Bild. Der Text hat zur Zeit etwas mehr als 50.000 Wörter. Etliches davon ist gut zu wissen, trägt aber nicht unbedingt zur Geschichte bei und kann daher verschwinden. Dafür sind ein paar Szenen neu zu schreiben, um das Ganze mit einem Anfang und dem dazu passenden Schluss zu versehen. Eigentlich sollte die Überarbeitung schon im Dezember fertig werden, jetzt peile ich Ende Januar an.

Danach ist wieder eine Veröffentlichung bei BOD vorzubereiten, nämlich Das Erbe des Horst Stroh, eine fantastische Kurzgeschichte mit Einhorn, Blumenfeen und Bagger. Ich überlege, ob ich sie eventuell auch als Print anbieten soll. Geplanter Erscheinungstermin ist der 1. März.

Im März und April tun sich noch weitere interessante Dinge, sowohl literarisch als auch musikalisch – siehe Terminkalender. Da der Anmeldeschluss näher rückt, weise ich besonders auf die Renaissancemusikwoche an Ostern hin. In diesem Jahr findet sie in der Karwoche statt, mit Kursen für Streicher und Bläser.

Damit neben dem Überarbeiten das Schreiben nicht zu kurz kommt, gibt es eine neue Ausschreibung des Leseratten-Verlags: „Waypoint Fifty-Nine – die schrägste Kneipe der Galaxis“. Herausgeber sind Jörg Fuchs Alameda und Günther Kienle. Wer nicht sofort ein passendes Plotküken einfangen kann, hat noch ein wenig Zeit: Einsendeschluss ist erst der 31. Dezember 2019.

Jubiläum!

2018 bin ich seit 20 Jahren im Geschäft. Um das auf den letzten Metern noch gebührend zu feiern, gibt es heute entgegen anders lautenden Behauptungen doch etwas zu gewinnen – siehe Adventskalender Türchen 13.

An der Startlinie zum diesjährigen Jubiläum

Feierliche Übergabe des Diplomzeugnisses

Das etwas angestaubte Foto ist bei der Diplomfeier in Germersheim entstanden, sozusagen an der Startlinie. Viel von dem, was ich seither angestellt habe, ist in „Über mich“ zusammengefasst. Die Bücher, die in diesen Jahren entstanden sind, stehen in der Bibliothek. Da fülle ich außerdem im Lauf der Zeit noch nach.

Eher schwach vertreten in der Bibliothek sind die übersetzten Spiele. Dabei habe ich auch damit schon im vorigen Jahrhundert angefangen und verwende heute einen wesentlichen Teil meiner Zeit dafür.

Würfel, Pöppel, Ereigniskarten

In Sachen Gesellschaftsspiele arbeite ich mit Birgit Irgang zusammen. Wir haben uns bei einer Jahrestagung des VdÜ getroffen, die damals noch in Bensberg stattfand. Seitdem habe ich eine Menge Karten, Würfel, Plättchen in den verschiedensten Farben und mit allerlei Motiven beschrieben – von ausgefallenerem Spielmaterial ganz zu schweigen. Jedes neue Spiel bringt wieder eine Überraschung mit, und ich freue mich besonders, wenn ich auch noch Gelegenheit finde, eins auszuprobieren.

Zu behaupten, dass bei den Gesellschaftsspielen keine Weiterentwicklung stattfinde, wäre glatt gelogen. Es gibt immer wieder neue Themen und Spielmechanismen. Im Gegensatz zu den Computerspielen hat sich allerdings ein wesentlicher Punkt nicht geändert. Die meisten Gesellschaftsspiele existieren nach wie vor in sich abgeschlossen in ihrer Schachtel. Darin ist alles enthalten, was man zum Losspielen braucht (bis auf den einen Pöppel, die vierte Karte zum Quartett, die früher oder später aus jedem Spiel verschwinden).

Spiele ohne Grenzen

In den alten Zeiten, als ich damit angefangen habe, verhielt es sich bei den Computerspielen noch ziemlich genauso. Es gab eine Schachtel, oft größer als nötig, mit CD und Handbuch. Also eine überschaubare Textmenge, und ein Jahr später kam die neue Version heraus. So sahen die ersten Spiele aus, die ich im Auftrag von Harald Evers übersetzt habe. Inzwischen leben viele Spiele online, es gibt teilweise tägliche Updates dazu. Da ist es auch mit elektronischen Hilfsmitteln nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Derzeit bahnt sich ein neues größeres Projekt für die nächsten paar Monate an, und der Ansprechpartner bei der Agentur meinte schon im ersten Anschreiben: „Zu diesem Spiel gibt es oft Updates …“ Es bleibt also spannend.

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