La Ballade

Geschichten und Musik

Apfeleis zum Muttertag

Beim #Autor_innensonntag bin ich deutlich im Hintertreffen, also gibt es heute ein Rezept für Apfeleis zum Muttertag.

Apfeleis zum MuttertagDazu braucht es:

  • 5 kleine Äpfel
  • 1 kleine Zitrone
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 2 EL Apfelbrand (z. B. von hier)
  • 3 Scheiben Rührkuchen mit Schokostückchen
  • 150 g Naturjoghurt
  • 1 Handvoll Nüsse

Die Rosinen in Apfelbrand einweichen. Die Zitrone auspressen.

Die Äpfel in Stücke schneiden, schälen und das Kernhaus entfernen. In den Mixbecher geben. Dazu den Kuchen und den Joghurt und das Ganze pürieren.

Die Rosinen abgießen und unter die Apfelmasse heben, die Nüsse ebenso. Alles gut mischen, in eine Gefrierdose füllen und ins Gefrierfach stellen. Etwa alle 30 Minuten durchrühren, bis es fest wird.

Guten Appetit.

Mehr Äpfel gibt es z. B. hier, mehr Eis hier.

Bildquelle: Pixabay

Heraus zum 1. Mai 2021

Heraus zum 1. Mai, auch wenn das Wetter nicht so toll ist  …

 

Hier noch etwas Gequäke, passend zur Jahreszeit + und in Corona-sicherer Besetzung:

#Autor_innensonntag – Über den Tellerrand schauen

#Autor_innensonntag - Über den Tellerrand schauenBeim heutigen Autor*innensonntag werden unter dem Motto “Über den Tellerrand schauen” andere Künstler*innen vorgestellt. Musik kommt auf diesem Blog sowieso häufiger vor, deshalb sind heute drei Malerinnen an der Reihe.

Ilka Ataolcay Pelgen im Atelier Sanat 1797

Rajaa-Heike Buick Hajji im Atelier Villa Lisa (von ihr ist das Bild)

Katharina Dustmann bei KD Art Media

Ohne Musik geht es dabei trotzdem nicht. Hier sind

Café Dünya

und

Evas Äpfel

Der Brotjob – Bereicherung fürs Autor_innenleben?

Der Brotjob - Bereicherung fürs Autor_innenleben?… Darum geht es beim heutigen #Autor_innensonntag.

Mein Brotjob als Übersetzerin sieht dem Autor_innenleben in weiten Teilen ziemlich ähnlich. Dadurch kommen sich die beiden selten in die Quere. Die Frage nach der Bereicherung finde ich dagegen schwieriger zu beantworten.

Große Ähnlichkeit

Vom Übersetzen zum Schreiben zu wechseln ist keine große Umstellung. Es geht in beiden Fällen darum, Wörter zu dressieren, und dazu verwende ich ähnliches Werkzeug. Na gut, MemoQ oder Trados helfen beim Schreiben nicht wirklich weiter, Papyrus Autor beim Übersetzen – je nach Projekt – allerdings schon. Beides sind freie Berufe, daher ist der organisatorische Rahmen derselbe. Ich brauche nicht nachzufragen, ob ich einer Nebenbeschäftigung nachgehen darf. Buchmesse-Besuche oder Aktionen der BücherFrauen gehören ebenfalls zu beidem.

Wenig Begegnungen

Diese Ähnlichkeit hat allerdings auch gewisse Nachteile. Wenn ich ohnehin den ganzen Arbeitstag tippend vor dem Bildschirm verbracht habe, reicht die Energie nicht immer, um abends damit weiterzumachen. Außerdem fehlen Anregungen von außen und Live-Kontakte zu anderen Menschen. Die kommen zu normalen Zeiten durch meinen zweiten Nebenjob als Organistin oder durch Freizeitaktivitäten – Plotten beim Schwimmen, hatte ich das schon mal erwähnt? – und fallen jetzt komplett weg. Was planbar ist, lässt sich teilweise ins Netz verlagern, rein zufällige Interaktionen eher schlecht. Aber das ist eine Ausnahmesituation und soll sich gefälligst bald wieder ändern.

Anregungen

Gerade jetzt muss ich mir die Anstöße für neue Ideen verstärkt beim Übersetzen holen. Ja, auch in Kochbücher lässt sich da etwas finden, noch mehr bei allgemeineren „Kultur“-Texten. Für das gerade abgegebene Historienprojekt habe ich mir Die Beschreibung der Welt von Marco Polo geholt – hat in dem speziellen Zusammenhang nicht allzu weit geholfen, könnte aber vielleicht in einer Fantasy-Geschichte enden. Der nächste historische Übersetzungsauftrag führt an die Ostsee, und ich bin sicher, dass dabei ebenfalls ein paar Anregungen herumkommen.

Ansonsten lese ich diverse aktuelle Quellen in meinen Ausgangssprachen. Dinge, die mich interessieren, habe ich abonniert, ich lasse mich aber auch gern vom Zufall hierhin und dorthin lenken. So sind mir zum Beispiel Elisa e Marcela zugelaufen. Einige weitere Themen liegen noch in der Schublade und könnten sich in Zukunft hier zeigen.

 

Leseprobe – Die Rooftop Singers 4

Es folgt ein weiteres Stück Leseprobe, „Die Rooftop Singers“, Teil 4 des fantastischen Abenteuers mit reichlich Katzenmusik, Pinguinen und verfluchten Perlen. Hier geht es zu Teil 1Teil 2 und Teil 3.

Leseprobe - Die Rooftop Singers

Kapstadt. Die Regierungschefs der Südallianz haben bei ihrem Gipfeltreffen das Vorgehen der Antarktis gegen Oppositionelle erneut scharf verurteilt. Sie forderten die Freilassung des südafrikanischen Pinguinreporters Saril sowie die Aufhebung des Ausreiseverbots. Alle bisher verhängten Sanktionen bleiben in Kraft, bis diese Bedingungen erfüllt sind, bestätigte ein Sprecher der Konferenz.“

* * *

Auf dem Balkongeländer landete eine Schleiereule und klopfte an die Scheibe.

Meringa öffnete ihr. „Guten Abend, Lusa. Schön, dich zu sehen.“

Die Eule schüttelte ihr Gefieder und ließ sich auf der Rücklehne des Sessels nieder. „Ich habe gute Nachrichten für euch.“

Die Katzen spitzten die Ohren.

Ihr seid für Bisamstadt gebucht.“

Echt jetzt?“, rief Honey. „Wie sind die denn auf uns gekommen?“

Ihr habt eben eine gute Agentur“, erwiderte die Eule mit schräg gelegtem Kopf. „Wir arbeiten schon lange mit dem Festival zusammen. Dieses Jahr wollen sie euch haben.“

Caramelo richtete sich kerzengerade auf. „Weil wir so schön von Blümchen und Bienchen singen?“

Zum Beispiel“, antwortete Lusa. „Warum auch nicht?“

Weil sie in diesem Jahr ‚Chor und Ballett der Antarktis‘ auf dem Programm haben“, erklärte der hellbraune Kater. „Da können sie allzu kritische Stimmen nicht gebrauchen.“

Immerhin kommen sie überhaupt nach Norden“, meinte Meringa. „Ist doch schon mal was.“

Ihr werdet keine Zeit haben, Jagd auf Pinguine zu machen“, sagte die Schleiereule streng. „Auf euch wartet ein straffes Programm und wichtige Leute, die euch hören wollen. Also …“

Wo können wir wohnen?“, unterbrach Petit Four.

Caramelo zischte. „Im Schloss wohl nicht. Aber da gibt es schöne Nester, wo man es gut aushalten kann.“

Und was Anständiges zu essen, hoffe ich“, rief Honey dazwischen.

Natürlich, natürlich …“ Lusa blätterte in ihren Unterlagen. „Wir haben eine Katzenpension für euch gebucht, nicht ganz auf dem Schloss, aber immerhin am Weg dorthin.“

Und das Essen?“, hakte Honey halblaut nach.

Das Catering für die Künstler betreut eine Firma Eichhorn & Co.“ Lusa warf ihr einen strengen Blick zu. „Die macht das schon seit Jahren, und bisher waren immer alle zufrieden.“

Es wird schon reichen“, sagte Petit Four mit einem Seitenblick auf Honeys Bäuchlein. „Auch für dich.“

Die reckte sich in Vorfreude. „Wenn da so viele Pinguine kommen, gibt es bestimmt auch Fisch.“

Ihr habt vier Auftritte.“ Lusa kehrte zu den wichtigen Dingen zurück. „Freitag, Samstag, Sonntag zwei, einer davon beim Schlusskonzert. Also bereitet euer Programm entsprechend vor, mit vielen Blümchen und Bienchen.“

Caramelo schnaubte.

Es hören wichtige Leute zu. Es könnte eine größere Tournee herausspringen.“ Die Schleiereule packte ihre Papiere ein. „Ich muss jetzt weiter, da sind noch ein paar mehr Verträge zu besprechen. Wir sehen uns in Bisamstadt.“

E N D E

der Leseprobe. Das komplette Buch gibt es z. B. im Autorenwelt-Shop (E-Book in der Buchhandlung des Vertrauens, z. B. hier), mehr Lesestoff unter Geschriebenes.

Ein paar Fragen dazu habe ich dem Blog Bambusblatt in der Reihe Sechseck beantwortet.

 

Leseprobe – Die Rooftop Singers 3

Es folgt ein weiteres Stück Leseprobe, „Die Rooftop Singers“, Teil 3 des fantastischen Abenteuers mit reichlich Katzenmusik, Pinguinen und verfluchten Perlen. Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2.

 Leseprobe - Die Rooftop Singers

In einem alten, ehemals bedeutenden Städtchen, wie eine Krone auf seinem grünen Hügel gelegen, stand neben vielen betagten, mehr oder weniger bedeutenden Häusern aus Fachwerk, den örtlichen Bruchsteinen oder Beton eines, das sonnengelb gestrichen war, mit roten Fensterläden. Nicht nur durch seine Farbe fiel es auf, sondern auch durch den sorgfältig überbauten Garten.

Ein Holzgerüst ragte bis auf die Höhe der Dachtraufe, mit sehr stabilem, engmaschigem Draht bespannt und mit Knöterich bewachsen. Mitten in diesem Garten stand ein niedriger Kirschbaum. Den konnte man von außen bewundern, wenn er blühte. Viel mehr gab es nicht zu sehen.

Wenn der Kirschbaum weder Blüten noch Blätter trug, konnte man darin allerdings ein halbes Dutzend Katzen beobachten, die durch das Geäst kletterten oder einfach in der Sonne lagen. Eine hatte honigfarbenes Fell mit Tigerstreifen, eine war so dunkel wie hochprozentige Schokolade, die nächste rein weiß. Die Kleinste war so braun wie Kakao mit etwas Milch, eine andere erinnerte an Karamell, und die älteste von allen, die sich kaum von ihrem Platz bewegte, hatte die Farbe von Oliven und dunklere Streifen im Gesicht.

Während sie so in ihrem Baum lagen oder durch den Garten streiften, maunzten sie eifrig, als unterhielten sie sich in einer Sprache, die die Menschen nicht verstanden. Gegen Abend, wenn die Sonne nicht mehr in den Garten vordringen konnte, zog die Gruppe in immer derselben Reihenfolge über eine Hühnerleiter auf den Balkon, sang dort in den höchsten Tönen ein Abschiedslied für den Tag und verschwand durch eine Katzenklappe im Haus.

* * *

Drinnen in der Katzenwohnung erwartete sie ihre Dosenöffnerin mit frischem Futter und Wasser. Jede Katze strebte zu ihrem angestammten Platz auf einem der Kratzbäume, in einem Karton oder Korb am Boden oder im Wandregal. Während sie es sich schmecken ließen, saß die Dosenöffnerin in einem Sessel und erzählte, was sie an diesem Tag erlebt hatte. Die Katzen zuckten mit den Ohren, was man als Interesse deuten konnte oder auch nicht.

Besagte Dosenöffnerin, eine nicht mehr ganz junge Frau mit wilden, rot gefärbten Locken und einer spitzen Nase, rückte immer wieder während ihrer Erzählung eine Brille mit breitem, bunt geflammtem Kunststoffrand zurecht, wenn sie nicht gerade die Falten eines ihrer weiten, formlosen Kleider in Erdfarben, die ihr bis über die Knie fielen, über ihren Leggins zurechtstrich. Den Katzen war das egal, wenn nur das Futter rechtzeitig in den Napf kam.

Wer fertig gegessen hatte, setzte sich der Dosenöffnerin auf den Schoß und ließ sich kraulen. War dieser Platz belegt, legte sich die nächste Katze quer über die Schultern der Dosenöffnerin. Die beiden folgenden strichen um ihre Beine. Danach war ein Schichtwechsel fällig. Das ging so lange, bis sie jedes Tier ausgiebig gekrault hatte. „Wenn ich euch nicht hätte“, seufzte die Dosenöffnerin dann oft, sagte aber nicht dazu, was dann wäre, sondern begann von vorn: „Wenn ich euch nicht hätte …“

Wenn endlich die letzte Katze von ihrem Schoß gesprungen war, stand sie auf, sagte: „Gute Nacht, ihr Lieben“, löschte das Licht und ging hinaus. So friedlich und unspektakulär verlief das bürgerliche Leben der Rooftop Singers, und kein Mensch ahnte etwas von den Abenteuern, die sie bestanden, wenn kein Menschenauge hinsah.

* * *

Fortsetzung folgt.

Das komplette Buch gibt es z. B. im Autorenwelt-Shop (E-Book in der Buchhandlung des Vertrauens, z. B. hier), mehr Lesestoff unter Geschriebenes.

Ein paar Fragen dazu habe ich dem Blog Bambusblatt in der Reihe Sechseck beantwortet.

Leseprobe – Die Rooftop Singers 2

Es folgt ein neues Stück der Leseprobe aus meinem frisch erschienenen Fantasy-Abenteuer „Die Rooftop Singers“, Teil 2, mit reichlich Katzenmusik, Pinguinen und verfluchten Perlen. Hier geht es zu Teil 1.

Leseprobe - Die Rooftop Singers

Am Stamm der Eiche zeigte sich ein grünlicher Schimmer. Meringa atmete auf. Die Dryade war zu Hause.

Das Grün wurde intensiver, eine schlanke, menschenähnliche Gestalt hob sich vom Stamm der Eiche ab.

Ach, ihr seid es“, sagte die Dryade müde. „Wen habt ihr mir diesmal gebracht?“

Meringa sah sich rasch um, aber Caramelo stand mit den anderen auf Posten. „Sie bekommt Junge“, antwortete sie. Das war schließlich das Wichtigste. „Und die Wildschweine sind hinter ihr her.“

Die schon wieder.“ Die Dryade kauerte sich neben der werdenden Quollmutter nieder und strich ihr über den Bauch. „Ja, um dich kann ich mich kümmern. Das bringen wir schon in Ordnung. Und die Wildschweine …“ Sie schaute Meringa an. „Da werdet ihr mir noch einmal helfen müssen, wenigstens für jetzt, bis Mischka wieder wach ist.“

Meringa duckte sich unwillkürlich. „Der Bär …“

Gegen diese Schwarzkittel richtet sonst niemand etwas aus. Die Flurschützen kommen nur sehr selten in den Wald.“

Die weiße Katze schaute sich um. Trotz der Gefahr war eine Gesellschaft von entschlossenen Tieren und Vögeln zusammengelaufen, um die Dryade und ihre Patienten zu verteidigen. Da konnte sie ein paar Kräfte abziehen. „Wir wecken ihn“, sagte sie.

* * *

Sie rief ihre fünf Mitsänger zusammen. Gemeinsam trabten sie davon zu der Höhle, in der Mischka der Bär bald aus dem Winterschlaf erwachen musste.

Der wird verdammt mies drauf sein, wenn wir ihn vorzeitig wecken“, meinte Caramelo.

Genau die richtige Laune für die Wildsäue!“, rief Honey. „Wir müssen ihm nur rechtzeitig aus dem Weg gehen.“

Das will ich sehen.“ Petit Four bremste ab. „Ich warte hier auf euch.“

Keine Ausrede!“, widersprach Meringa. „Wir singen alle gemeinsam.“

Vor der Höhle hielten sie inne. Der Bär schnarchte hörbar unruhig.

Hier können wir nicht bleiben“, sagte Petit Four nervös. „Da rennt er uns gleich über den Haufen.“

Toetje sprang auf einen Granitbrocken neben dem Eingang zur Höhle. „Dann komm eben herauf.“

Wir müssen uns mal aufnehmen“, brummte Schoko. „Dann können wir bei solchen Aktionen einfach den Sound abspielen und schön auf Abstand bleiben.“

Schöner Held bist du“, meinte Meringa. „Bitte Ruhe, es geht los.“

Sie gab den Einsatz und die sechs sangen Mischka, der Lenz ist da.

Das Schnarchen aus der Höhle wurde erst lauter, dann ging es in ein tiefes Brummen über. Als sie nach drei Strophen von vorn anfingen, tauchte unter ihnen ein riesiger brauner Kopf auf.

Hurra!“, schrie Caramelo, statt sein Solo zu singen. „Da kommt der Held des Waldes.“ Er sprang von dem Stein und lief ein Stück in die richtige Richtung. „Hier geht’s lang zu den Wildschweinen.“

Wildschweine? Jedes Frühjahr dasselbe Theater!“ Murrend machte sich der Bär auf den Weg. „Wohin genau?“

Zum Baum der Dryade …“

Was?! Diese Säue werden immer dreister. Denen werd ich’s zeigen.“ Der Bär trabte eilig davon, die Katzen hinter ihm her.

Meringa seufzte erleichtert. „Wer sagt’s denn? Mit einem Lied geht eben alles besser.“

* * *

Von Weitem hörten sie empörtes Quieken, das sich schnell entfernte. Als sie unter der Eiche ankamen, versorgte die Dryade bereits die Verletzten, die sich mit ihren Heldentaten im Kampf brüsteten. Von Mischka oder den Wildschweinen war nichts zu sehen.

Um die können sich jetzt die Flurschützen kümmern“, erklärte der Waschbär, der eine Vorderpfote in der Schlinge trug.

Toetje nickte weise. „Wenn nur wir unsere Ruhe haben …“

Sind die Babys schon da?“, fragte Meringa. Um die ging es schließlich bei der ganzen Sache.

Hier!“, rief Caramelo.

Zwischen den Wurzeln der Eiche lag das kleine schwarze Tier mit den weißen Tupfen. Aus einem Beutel an seinem Bauch tauchten immer wieder spitze rosa Näschen auf.

Meringa setzte sich in sicherer Entfernung hin, wickelte sich in ihren Schwanz und schaute zu. Für so einen Anblick jagte sie gern durch den Wald und weckte Bären auf.

* * *

Fortsetzung folgt.

Das komplette Buch gibt es z. B. im Autorenwelt-Shop (E-Book in der Buchhandlung des Vertrauens, z. B. hier), mehr Lesestoff unter Geschriebenes.

Ein paar Fragen dazu habe ich dem Blog Bambusblatt in der Reihe Sechseck beantwortet.

Leseprobe – Die Rooftop-Singers 1

Wie versprochen folgt hier eine Leseprobe aus meinem frisch erschienenen Fantasy-Abenteuer „Die Rooftop-Singers“, Teil 1, in dem sich unsere Helden als Helden erweisen und durch den Wald rasen.

Leseprobe - Die Rooftop Singers

„Platz! Platz da!“, rief Toetje. Die Rooftop Singers formierten sich keilförmig hinter dem olivbraunen Kater und verliehen seiner Forderung mit einem unmelodischen Aufheulen Nachdruck. Sofort wichen die Frischlinge an den Rand der Lichtung zurück.

Im trockenen Laub unter einer Buche hockte ein kleines, schwarzes Tier mit weißen Tupfen und spitzer Schnauze und sah verängstigt zu der bunten Gruppe von Katzen auf. Sein Bauch war dick angeschwollen, es atmete schwer.

„Sie bekommt Junge!”, quietschte die weiße Meringa verzückt.

„Ihr spinnt trotzdem“, murrte ihre braune Mitsängerin Petit Four. „Wenn die Bache kommt …“

Caramelo, der von der Gruppe am weitesten in der Welt herumgekommen war, versuchte inzwischen, mit dem kleinen Wesen zu reden.

Toetje, Honey und Schoko umkreisten lauernd die offene Fläche am Fuß der Buche. Die Frischlinge versteckten sich vor den nahenden Katzen im Gebüsch und tauchten an anderen Stellen wieder auf. Langsam wurde die Lage brenzlig, die erwachsenen Wildschweine konnten nicht weit sein.

„Die Dryade!“, rief Meringa. „Die Dryade muss kommen!“

Im Unterholz knackte und prasselte es.

„Keine Zeit!“ Petit Four ging ebenfalls in Lauerstellung. „Die Säue sind schon da!“

„Bringt sie raus hier!“, schrie Caramelo.

* * *

Meringa ließ sich nicht lange bitten. Sie packte das schwarze Tierchen im Genick und sprang in weiten Sätzen mit ihm davon. Es schrie und wimmerte Unverständliches.
Wo war nur gleich der Baum der Dryade? Eine Eiche musste es sein.

Hinter ihnen fauchten die Kater. Holz krachte und splitterte. Die Wildschweine quiekten schrill. Ihre harten Klauen donnerten auf den Waldboden. Sie jagten Meringa.
Die weiße Katze schoss durch das Geäst der Sträucher. Wo war jetzt endlich diese Eiche? Sie musste die Säue abhängen.

Und nicht an einen Keiler denken.

„Da lang!“ Caramelo tauchte neben ihr auf.

Sie folgte ihm, ohne lange zu fragen. Nichts wie weg hier.

Endlich lugten die ersten knorrigen Wurzeln der Eiche aus dem Boden. Wenn die Dryade nur nicht unterwegs war, um irgendwo anders zu helfen. Seit diese Wildschweinrotte den Wald terrorisierte, gab es ständig Verletzte zu versorgen.

Außer Atem hielten sie am Fuß des Baums an. Meringa setzte das schwarze Tierchen sanft ab. Es wimmerte leise und rollte sich im Laub zusammen. Meringa leckte über sein Fell.

Soll der Dreck sich hier auch noch vermehren?, haben sie gesagt!“ Caramelo keuchte. „Das ist kein Dreck, das ist ein Quoll!“

Das Tierchen hob leise quiekend den Kopf.

Petit Four jagte auf die Lichtung. „Wo ist die Dryade? Die Säue sind gleich hier! Die halten sich mit Neutralität und so nicht lange auf!“

„Was?!“ Aus dem Geäst der Eiche meldete sich ein Waschbär. „Denen mach ich Beine!“ Er lief auf dem Ast weiter nach außen, bereit, sich auf jedes gewalttätige Wesen zu stürzen, das die Lichtung betrat. Dabei trug er schon eine Augenklappe.

* * *

Fortsetzung folgt.

Das komplette Buch gibt es z. B. im Autorenwelt-Shop (E-Book in der Buchhandlung des Vertrauens, z. B. hier), mehr Lesestoff unter Geschriebenes.

Ein paar Fragen dazu habe ich dem Blog Bambusblatt in der Reihe Sechseck beantwortet.

Lesestoff – Dämlich, aber froh 9

Es folgt die nächste Portion Lesestoff, “Dämlich, aber froh”, Teil 9 der phantastischen Kurzgeschichte mit ausgiebiger Eiersuche. Hier geht es zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 und Teil 8.

Lesestoff - Dämlich, aber froh

Endlich bekam Harry sein Ersatzhuhn und tauschte es früh am nächsten Morgen, bevor er zur Arbeit ging, gegen die Henne mit den angeschnittenen Schwanzspitzen aus. Die brachte er in den vorbereiteten Schlag im Keller. Dort leuchtete eine Tageslichtlampe genau entsprechend dem Sonnenauf- und untergang, es gab Stroh, Erde zum Scharren und frisches Unkraut. Das Huhn gackerte aufgeregt und zappelte, als Harry es bei Kraftfutter und Wasser absetzte.

* * *

Kaum stieg er nach der Arbeit aus dem Auto, kam Emel auf ihn zu. Das war günstig, denn er wollte ihr gern für die restlichen zwei Wochen Hühnerhaltung das Eier ausheben übertragen. Er hatte das nicht mehr nötig.

„Mit Sophie stimmt was nicht“, sagte sie. So hieß eine der Marans-Hennen im Flyer von Rent-a-Chicken. Ohne die Markierung am Schwanz hätte Harry sie nie von ihrer Kollegin Fleur unterscheiden können.

In der Tat herrschte Aufruhr im Hühnervolk. Eine braune Henne wollte zum Futtertrog, die anderen hackten sie weg.

„Hat vielleicht mit dem falschen Hahn geflirtet“, sagte Harry.

„Mit welchem Hahn?“ Emel sah ihn an, als zweifelte sie an seinem Verstand.

„Oder sie hat sich auf der Stange so breit gemacht, dass die anderen runtergefallen sind.“

„Da war schon vor ein paar Tagen was an ihren Schwanzfedern. Ich glaub, die anderen mobben sie. Wir müssen was unternehmen.“

„Aha.“ Warum sah dieses Kind so genau hin? Mädchen in ihrem Alter sollten Make-up-Videos anschauen, nicht huehnerhaltung.org lesen. Er wechselte das Thema. „Andere Frage: Kannst du für den Rest der Zeit das Eier ausheben übernehmen? Wir haben jetzt eine Baustelle in Neustadt, da muss ich länger fahren …“

Emel zuckte die Schultern. „Meinetwegen. Aber erst mal brauchen wir ein Stück Zaun, noch einen Futter- und einen Wassertrog.“

„Warum das denn?“

„Damit wir Sophie von den anderen trennen können.“

„Aha“, sagte Harry wieder. „Da fragst du am besten Herrn Wels. Der kann das mit der Vermietungsfirma klären …“

Gezeter aus dem Hühnergehege. Drei weiße Hennen und eine braune jagten die andere braune quer durchs Karree.

„Die sind nicht zu Hause.“ Emel machte Hundeaugen. „Können Sie die Sachen nicht holen? Der Baumarkt hat doch bestimmt noch auf.“

„Ich schau mal, was sich machen lässt.“ Als stellvertretender Mistwart und kommissarischer Eierbeauftragter war Harry für Einkäufe nicht zuständig. Über die musste Dieter entscheiden.

Emel hielt ihm einen Geldschein hin. „Reicht das? Wenn nicht, geb ich Ihnen den Rest später.“

Für einen Moment blieb Harry der Mund offen stehen. „Bestimmt“, sagte er dann. „Ich zieh mich nur noch schnell um.“

Er warf auch einen kurzen Blick in Sophies Gehege im Keller. Anscheinend saß sie in ihrem Häuschen, sie sagte ab und zu „gack“. Das klang recht zufrieden, und Harry freute sich auf den stetigen Nachschub an goldenen Eiern.

Im Raiffeisenmarkt wusste er jetzt, durch welche Türen er gehen musste, um nicht in das Reptilienhaus oder die Freiflughalle zu kommen. Der Mann, den er dort bei seinem letzten Besuch aufgeweckt hatte, erkannte ihn trotzdem wieder. „Aha“, sagte er, als er Harrys Einkäufe scannte, „die Hühnerschar wächst. Ist doch ein schönes Hobby.“

Harry lieferte das bestellte Material ab und ging endgültig nach Hause. Er hörte noch eine Weile, wie Emel ihre Geschwister beim Hühnerpferch-Umbau herumkommandierte.

* * *

Als er am nächsten Abend nach Hause kam, lag in Sophies Nest ein goldenes Ei. Sie stand stolz daneben, den Kopf schief gelegt, als ob sie fragen wollte: „Na, hab ich das nicht toll gemacht?“

„Doch“, sagte Harry und strich ihr übers Gefieder. Dann griff er nach dem Ei, und Sophie hackte nach seiner Hand. Nur ganz leicht, es blieb kaum ein Kratzer. Und sie schaute ihn wieder so fragend an.

„Nö“, sagte er. „Das find ich jetzt nicht so toll.“

Er holte das Ei trotzdem aus dem Nest und nahm es mit nach oben zur Küchenwaage. Es war ein schönes, dickes Ei. Vielleicht würde er noch ein paar Euro mehr dafür bekommen als für das vorhergehende.

In dieser Nacht war der Albtraum weniger schlimm. War es überhaupt einer? Zwar trug Harry zur Grillparty diesmal ein Hühnerkostüm, aber er konnte ungestört ein Bier trinken und sich dann zurückziehen. Er verkroch sich in eine Ecke, wo es dunkel war und warm. Immer kleiner wurde er an diesem gemütlichen Fleckchen. Seine Arme schrumpften, seine Hände zogen sich eng an den Oberkörper zurück. Seine Beine wurden kürzer und dünner. Aber irgendwie störte das alles gar nicht mehr. Er war dämlich, aber froh, und sagte „Gack.“

E N D E

Mehr Lesestoff gibt es hier. Ab morgen gibt es hier eine Leseprobe zu “Die Rooftop-Singers“.

Bild: Simon Meyer, foto-x.ch, CC BY-SA 3.0

Lesestoff – Dämlich, aber froh 8

Es folgt eine neue Portion Lesestoff, “Dämlich, aber froh”, Teil 8 der phantastischen Kurzgeschichte mit ausgiebiger Eiersuche. Hier geht es zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 und Teil 7.

Lesestoff - Dämlich, aber froh

In der jüngeren Tante Schröder hatte er sich nicht getäuscht. Drei Tage lang hob sie die Eier aus und verteilte sie auf die vier Haushalte. Dann traf sie Harry bemüht zufällig an seiner Garage, als er von der Arbeit kam.

„Ich hätt da mal ne Frage …“

„Ja?“

„Könnten Sie die nächsten paar Tage für mich die Eier ausheben? Ich muss ins Krankenhaus …“

„Sie sehen ja, wann ich von der Arbeit komme. Wenn das um die Uhrzeit noch reicht …“

„Der Herr Wels hat das doch alles genau aufgeschrieben“, sagte sie. „Hat er Ihnen das nicht gegeben?“

„Doch, doch …“

„Einmal am Tag müssen die Eier ausgehoben werden, wenn die Hühner nicht mehr in den Nestern sind. Aber die sind ja draußen, solange es hell ist.“

„Ja, dann mach ich das. Ist ja nur für ein paar Tage.“

„Eben. Vielen Dank.“

Noch am gleichen Abend rief er den Marans-Züchter an, den er ausfindig gemacht hatte, und sagte ihm, dass er ein Huhn kaufen wollte, am besten sofort. Der alte Herr war gleich einverstanden und verlangte zwanzig Euro. Das schien ein wenig übertrieben und Harry handelte ihn auf siebzehn herunter. Sie vereinbarten einen Übergabetermin Anfang der nächsten Woche. Harry hielt sich mit dem Drängen zurück, der Mann sollte nicht zu lange darüber nachdenken, warum jemand unbedingt sofort ein Huhn brauchte und so viel Geld dafür ausgeben würde.

Als Harry am nächsten Tag die Eier verteilte, fragte Dieter ein wenig verstört: „Können Sie das eventuell noch weiter machen? Ich glaube, mit der Frau Minich wird das nichts mehr.“

„Warum?“, fragte Harry dagegen. So alt war die Frau noch gar nicht.

„Wahrscheinlich kann sie nicht mehr laufen nach der OP.“

„Ach so.“ Was hatte sie eigentlich für eine Krankheit? So genau hatte Harry bei ihrem Gejammer nie zugehört.

„Frau Schröder hat mich schon angesprochen, die beiden werden das ganze Haus umbauen müssen.“

Wenn es ähnlich aufgebaut war wie das, in dem Harry wohnte, dann auf jeden Fall. Es enthielt eine Menge unnötiger Stufen. „Mhm“, sagte er. Vielleicht erwartete Dieter, dass Harry gleich seine Hilfe beim Umbau anbot. Er hatte schließlich in dieser Nachbarschaft die meiste Erfahrung. Aber wenn es nach ihm ging, sollten sich die Tanten Schröder ruhig an seinen Chef wenden und ein seriöses Angebot einholen.

* * *

Fortsetzung folgt.

Mehr Lesestoff gibt es hier.

Bild: Simon Meyer, foto-x.ch, CC BY-SA 3.0

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