La Ballade

Geschichten und Musik

1. Advent

Ich wünsche allen, die hier vorbeikommen, einen schönen 1. Advent und überhaupt eine gute Adventszeit, mit aromatischen Heißgetränken und großartigem Gebäck in der richtigen Menge. (Unbezahlte Werbung für zwei zuverlässige Quellen für letzteres: Bäckerei Horn und Burgbäckerei Gürtler ).

1. AdventHeute sind hier zwei Adventskalender angekommen: 1. dieser Saatgut-Adventskalender von OwnGrown (Bild), und 2. ein Orgel-Adventskalender. Der PAN-Adventskalender ist schon während der Frankfurter Buchmesse eingezogen. Wenn alles läuft, wie ich mir das denke, wird es hier hin und wieder Artikel zum Inhalt des einen oder anderen Türchens geben.

Der Saatgut-Adventskalender enthält laut Untertitel “Kräuter, Obst & Gemüse”. Ich bin gespannt, was im nächsten Jahr dabei herauskommt und was davon sich auf dem Balkon wohlfühlt.

Noch etwas mehr Advent gibt es hier und hier.

 

 

 

Maronen & Maronen

Vor Kurzem gab es hier ein kleines Missverständnis mit freundlichen Menschen, die selbst gesammelte Maronen ablieferten – oder doch eher Maronen. Siehe Bilder.

Maronenröhrling

 

Maronen

 

Passenderweise sind beide essbar, so wurde eine zweite Sammelaktion gestartet und wenig später entstand dieses Rezept.

  • 250 g Esskastanien
  • 1 Tasse Grünkern
  • Gemüsebrühe
  • 250 g Maronenröhrlinge
  • 1 Schalotte
  • Rapsöl
  • ½ Becher Schmand
  • Salz
  • Pfeffer

Die Esskastanien schälen und häuten. Anschließend in Salzwasser ca. 20 Minuten garen. Abgießen.

Den Grünkern mit der doppelten Menge Gemüsebrühe aufkochen und ca. 30 Minuten köcheln lassen.

Inzwischen die Pilze putzen und in Stücke schneiden. Die Schalotte schälen und fein hacken.

In einer Pfanne das Rapsöl erhitzen. Die Schalotte hineingeben und anbraten.

Die Pilze hinzufügen und anbraten, bis sie schön braun sind. Die abgetropften Kastanien hineingeben und mitbraten. Es schadet nicht, wenn sie dabei zerfallen.

Den Grünkern hinzufügen und mit erhitzen.

Zum Schluss den Schmand einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit.

* * *

Mehr zu Pilzen und ihren Lebensgewohnheiten findet sich in meiner Kurzgeschichte “Neue Moden”, in dem Bändchen Liriel die Weiße.

 

Bilder: Pixabay

Whiskytorte

Bei den Nachrichten, die gerade umgehen, hilft nur noch Whiskytorte. Diesen Satz habe ich vor über zwei Jahren geschrieben, und er trifft immer noch zu. Also gibt es im Anschluss an den Feengeburtstag ein Rezept, das sich auch dann nachbacken lässt, wenn keine Fitzelbeeren zu finden sind.

Lesestoff - Am 32. Nietember

Whiskytorte

Für den Boden

  • 150 g Rosinen
  • 250 ml Wasser
  • 100 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 1 Ei
  • 2 EL Whisky
  • 150 g Mehl
  • 1 TL Natron (ja, das Rezept stammt aus Schottland)
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL Muskat
  • 1 EL Zitronensaft
  • 60 g gehackte Walnüsse

Für die Creme

  • 50 g Butter
  • 175 g Puderzucker
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 EL Whisky

Die Rosinen mit Wasser bedecken und 1/4 Stunde leise köchlen lassen. Abgießen und einen Teil der Flüssigkeit beiseite stellen.

Butter und Zucker schaumig rühren und das Ei einrühren.

Abwechselnd Mehl, Natron, Salz, Muskat und etwa 2 EL Rosinen-Kochflüssigkeit untermischen.

Rosinen, Zitronensaft, Walnüsse und Whisky einrühren.

In eine Bodenform füllen (ggf. gefettet; ich nehme sehr gern Silikonbackformen) und 30 Minuten bei 180 °C backen.

Abkühlen lassen, aus der Form nehmen.

Für die Creme Butter und Puderzucker glattrühren.

Zitronensaft und Whisky hinzufügen und weiter rühren, bis das Ganze eine sahnige Konsistenz hat. Den Boden damit bestreichen.

Nach Wunsch mit Schokoladenblättern oder Ähnlichem dekorieren.

Lesestoff – Am 32. Nietember IV

Hier kommt noch einmal Lesestoff, das letzte Stück des Tortenmärchens “Am 32. Nietember” (Teil IV).

 

Lesestoff - Am 32. Nietember

Da kam eine Frau in einem langen lila Kleid herein, mit einem spitzen Hut auf dem Kopf und mit einem ellenlangen Stab in der Hand, an dem ein Stern funkelte. Die Leute im Laden stoben auseinander.

Habt ihr vielleicht etwas vergessen?“, fragte die Frau.

Hattet Ihr etwas bestellt?“, fragte die Tochter zurück.

Die schönste und beste Torte von allen zu meinem Geburtstag.“

Am zweiunddreißigsten Nietember“, sagte die Tochter. „Die haben wir geliefert. Auf einen Pilz mit braunem Hut.“

Auf der Theke vor ihnen erschien die Sahnetorte.

Also, das krieg ja ich schöner hin“, murrte eine Frau weiter hinten im Laden.

Die Fee nickte ihr zu.

Ein Stück löste sich aus der Torte, als ob es jemand mit dem Messer abgeschnitten hätte. Unter der Sahne wurde einfacher heller Teig sichtbar. Zwei Lagen waren mit einer dünnen Schicht roter Marmelade zusammengeklebt.

Ihr wisst, was in eine Torte zu meinem Geburtstag gehört“, sagte die Fee streng. „Also, wo sind die Fitzelbeeren?“

Die Kinder schüttelten den Kopf. „Wir haben …“

Wo sind die Nüsse, ganz und gemahlen?“

Aber …“, begann der Sohn.

Wo ist die Schokolade, hell und dunkel?“

Hier“, sagte das Jüngste und holte Körnchen hervor, wie es sie dem Morgenvogel gebracht hatte.

Aber das ist keine Torte“, erwiderte die Fee. „Wo ist die?“

Die drei schauten einander betreten an. „Am Niederschemel“, sagte die Tochter. „Dorthin haben wir sie geliefert.“

Bunt verziert.“ Der Sohn beschrieb ausführlich, wie er die Buttercreme in schönen Farben und die Glasur aus heller Schokolade zu einer Blume angeordnet hatte.

Die haben wir zu dem Pilz mit dem breiten braunen Hut gebracht, mit der Trage. Der Morgenvogel hat uns den Weg gezeigt“, sagte das Jüngste.

Seid ihr sicher, dass die Katze nicht dabei war?“, fragte die Bäckerin.

Die Katze?“, fragte die Fee.

Die Katze?“, fragten die Tochter und der Sohn.

Die struppige Tigerkatze gehört in die Bäckerei im Nachbarort“, sagte sie. „Wo die vorbeikommt, gibt es ein Unglück.“

Dann hat der Bäcker unsere Torte geholt“, sagte das Jüngste.

Das ist mir gleich, bringt mir meine Torte. Sonst muss ich die von diesem anderen Bäcker nehmen“, sagte die Fee und zog ein Gesicht, als ob sie Ohrenschmalz essen sollte.

Die Kinder schauten einander an.

Er bringt sie bestimmt …“, begann die Tochter.

… der Wolke Nimmersatt“, fuhr der Sohn fort.

Zum Hochtisch“, ergänzte das Jüngste.

Dann schnell dorthin“, sagte die Bäckerin und schob die Teigmulde ihrer Großmutter aus der Backstube. Die drei Kinder sprangen hinein, und mit einem hellen Lachen flog die Mulde zur Tür hinaus.

* * *

Über den Kindern in ihrer Teigmulde hing dick und dunkelgrau die Wolke Nimmersatt. Als sie den Hochtisch fast erreicht hatten, fielen die ersten Goldklümpchen wie Hagelkörner.

Die drei wehrten die kleinen Geschosse ab und landeten auf dem Hochtisch.

Da stand ihre Torte, unversehrt, noch genau so schön verziert, wie sie die Bäckerei am Morgen verlassen hatte.

Die Tochter und der Sohn liefen hin, um sie zu holen.

Da ließ es die Wolke Silber regnen, in Klumpen groß wie Walnüsse.

Das Jüngste hob die Teigmulde hoch, sodass das Silber hineinfiel und nicht auf die Torte.

Aus dem Dorf hörten sie die Leute schreien, denen es die Fenster zerbrach und das Federvieh erschlug. Der Hagel fiel, in Gold und Silber und Edelsteinen, und die Körner wurden immer größer.

Über das Feld kam lachend der neidische Bäckermeister mit der struppigen Tigerkatze angelaufen und hielt einen Sack auf, damit er sich füllte. Da traf ihn ein großer roter Brocken am Kopf, und er fiel vornüber ins Feld, wo der Weizen auflief. Einen Augenblick später war er unter Gold, Silber und Edelsteinen begraben.

* * *

Die Tochter und der Sohn trugen die prächtige Feengeburtstagstorte vom Hochtisch herunter. Das Jüngste hielt die Teigmulde darüber wie einen Baldachin, der den sonderbaren Hagel auffing, bis sie unter der dicken, dunkelgrauen Wolke Nimmersatt heraus waren. Da setzten sie sich wieder hinein in die Mulde und flogen mit der Torte zu dem Pilz mit dem breiten dunkelbraunen Hut. Dort stellten sie ihr Geschenk ab und warteten, bis die Fee kam, um es zu holen.

Die erschien bald in ihrem langen Kleid und dem spitzen Hut mit einem Gefolge von kleinen Blütenfeen. Der Morgenvogel saß auf ihrer Schulter.

Die Wolke Nimmersatt will ich euch vom Leib halten bis zum nächsten Mal“, sagte die Fee, „aber wer von euch führt in Zukunft die Bäckerei?“

Die Kinder sahen einander an, dann antworteten sie wie aus einem Mund: „Wir machen es zu dritt, dann wird es gut.“

E N D E

Bild: Pixabay

 

 

Lesestoff – Am 32. Nietember III

Hier kommt frisch gebackener Lesestoff – “Am 32. Nietember”, Teil III des Tortenmärchens.

Lesestoff - Am 32. Nietember

Das Jüngste kam mit seinen Fitzelbeeren nach Hause und erzählte seinen Geschwistern, was ihm der Morgenvogel gesagt hatte.

Übermorgen,“ sagte die Tochter.

Übermorgen!“, rief der Sohn. „An die Arbeit!“

Sie knackten Nüsse und mahlten einen Teil davon fein. Sie mischten die Butter mit den schönen Farben aus Blüten, Blättern und Beeren. Sie hackten die dunkle Schokolade klein und schmolzen die helle zu einer Glasur. Sie verlasen die Fitzelbeeren, um nur mit den schönsten und besten ihre Torte zu verzieren.

Als der Teig zum Abkühlen auf dem Fensterbrett stand, gut bewacht, damit die struppige Tigerkatze nicht herankam, fragte die Bäckerin: „Wo wollt ihr die Torte denn hinbringen?“

Die drei schauten einander an. Der Sohn kratzte sich am Kinn. „Vielleicht bringen wir die Torte zum Hochtisch …“

Nein, nein“, widersprach die Bäckerin. „Dort frisst die Wolke Nimmersatt alles weg, was man ihr hinstellt. Sogar das Brot, was der Bäcker im Nachbarort ihr bringt.“

Wir müssen zum Niederschemel“, sagte die Tochter. „Das in ein Pilz, ein bisschen sieht er wie ein Tisch aus, und dort treffen sich die Feen zum Feiern.“

Alle schauten sie an.

Weißt du, wo jetzt auch noch, wo das ist?“, fragte die Bäckerin.

Die Tochter nickte. „Man geht einfach von dem Hochtisch so lange nach unten, bis man einen Pilz mit einem breiten braunen Hut trifft. – Das weiß man doch“, fügte sie etwas ungehalten hinzu.

* * *

Im Nachbarort saß der Bäcker vor seiner Tür auf der Bank, kraulte die struppige Tigerkatze und fütterte sie mit Fisch.

Dann ging er gemächlich an die Arbeit. Nach dem bewährten Familienrezept nahm er Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl und rührte es kräftig zu einem Teig. Den Safran ließ er weg, der war zu teuer. Am nächsten Tag verzierte er das Ergebnis mit geschlagener Sahne und Belegkirschen. Fertig war die Geburtstagstorte.

* * *

Dann sang der Morgenvogel zum zweiunddreißigsten Nietember. Die Kinder der Bäckerin setzen ihre Blumentorte auf ein Brett und machten sich mit einer Trage auf den Weg zum Niederschemel. Das Jüngste ging voran, es folgte dem Morgenvogel. Der fragte misstrauisch: „Habt ihr wirklich keine Katze dabei?“

Nein“, versicherte das Jüngste.

Trotzdem sah sich der Vogel gründlich um und klapperte unwillig mit dem Schnabel, als er doch aufflog, um ihnen den Weg zu zeigen.

Die beiden Älteren trugen die Trage bis zu dem Pilz mit dem breiten braunen Hut und setzten die Torte sorgfältig in die Mitte. Sie sah sehr prächtig aus.

Wir haben es zu dritt gemacht, und es ist gut geworden“, stellten sie zufrieden fest. Sie schauten sich um, ob sie nicht die Fee entdecken konnten, für die das Geschenk gedacht war. Aber sie ließ sich nicht sehen. Dafür war sie eben eine Fee. Also gingen sie nach Hause.

Müde, aber glücklich machten sie sich an die Arbeit im Laden. Sie verkauften Brot und Kuchen an die Leute aus dem Dorf, und alle bekamen noch ein wenig von den Tortenzutaten: Fitzelbeeren, Nüsse oder Schokolade.

* * *

Fortsetzung folgt.

Bild: Pixabay

Lesestoff – Am 32. Nietember II

Hier kommt die nächste Portion Lesestoff, das Tortenmärchen “Am 32. Nietember” Teil II.

Lesestoff - Am 32. Nietember

Aber der Bäcker im Nachbardorf, bei dem die struppige Tigerkatze ein und aus ging, neidete der Bäckerin ihr Geschäft und ihre Kinder. Denn die Leute kauften sein Brot nur dann, wenn sie nicht zu der Bäckerin im Nachbarort gehen konnten. Darum hatte er immer viel übrig. Manchmal machte er großes Aufhebens darum und schenkte es dem Kloster, damit dort die Armen gespeist würden. Öfter lag es jedoch einfach noch in den Körben, wenn das neue für diesen Tag fertig war. Deshalb fütterte er damit die Wolke Nimmersatt.

Das war sein Plan, seit er als Wandergeselle ins Dorf gekommen war und die Bäckerei gesehen hatte, in der nur eine struppige Tigerkatze zu Hause war. Erst recht, nachdem er gehört hatte, wie sehr die Leute in der Gegend die Wolke Nimmersatt fürchteten. Dabei hatte sie vor einiger Zeit doch gerade hier ihren ganzen dicken Bauch voll Gold, Silber und Edelsteinen abgeregnet. Auf dem Weg zu diesem Ort hatte der Bäcker immer wieder von Leuten gehört, die schnell hingelaufen waren und sich auf den Feldern und Weiden die Taschen und Schürzen und Säcke vollgesammelt hatten. Das müsste einmal passieren, wenn er in der Nähe war.

Also brachte er der Wolke Brot und Brötchen auf den Hochtisch, und dort verschlang sie es. In einer Nacht, in der sie den Vollmond ganz verdeckte, hatte er die Wolke dabei beobachtet und das Grummeln und Poltern in ihrem Bauch gehört. Das mussten die Reichtümer sein, die sie eines Tages abregnen würde. Aber dann war auch schon diese Fee mit ihrem spitzen Hut und dem Zauberstab gekommen, und die Wolke war schneller abgezogen, als der Wind sie treiben konnte.

Da kam die struppige Tigerkatze an, beklagte sich, dass die Bäckerin im Nachbarort sie vertrieben hatte, und erzählte dem Bäcker, was sie dort gehört hatte.

* * *

Inzwischen beschaffte die Tochter der Bäckerin das feinste Mehl und die beste Butter für ihre Torte, die helle und die dunkle Schokolade.

Der Sohn überlegte, wie er all die guten Sachen in einer Torte unterbringen konnte, und kam auf die Idee, daraus eine Blume zu formen: einen runden gelben Kuchen in der Mitte, blaue Herzen mit hellen Streifen als Blütenblätter, zwei grüne Blätter als Einfassung. Das passte genau für die Buttercreme in vielen schönen Farben. Ein Stiel mit Schokoladenglasur kam noch dazu

Das Jüngste streifte derweil draußen herum und sammelte Nüsse. Es pflückte gelbe Blüten und blaue Beeren und grüne Blätter für die schönen Farben. Und ganz früh am Morgen machte es sich auf, um die Fitzelbeeren zu holen, wie sie die gute Fee besonders gern mochte.

* * *

Da traf es den Morgenvogel, der als erster vor allen anderen sang, wenn die Sonne noch nicht recht wusste, ob sie aufgehen sollte.

Es sammelte Fitzelbeeren, bis der Vogel sein Lied beendet hatte, dann ging es zu dem Baum, auf dem er saß. „Vogel, ich muss dich etwas fragen.“

Frag nur zu, Menschenkind.“

Wann ist der zweiunddreißigste Nietember?“

Der Vogel legte den Kopf schräg. „Bring mir drei Körnchen von der dunklen Schokolade und drei von der hellen. Dann will ich es dir sagen.“

Das kannst du haben“, sagte das Kind. „Morgen bringe ich dir alles.“

Am nächsten Morgen ging es wieder hinaus, um Fitzelbeeren zu lesen, damit sie für die Torte reichten. In einem Döschen trug es drei Körnchen du.nkle Schokolade und drei von der hellen. Die gab es dem Morgenvogel, und er pickte sie mit Genuss auf.

Dann will ich dir sagen, wann der zweiunddreißigste Nietember ist.“ Der Vogel legte den Kopf in den Nacken und schaute in den Himmel, der sich gerade ein wenig rot färbte. „Übermorgen. Komm übermorgen um diese Zeit hierher, dann betrittst du den zweiunddreißigsten Nietember.“ Wie verärgert schlug der Vogel mit den Flügeln. „Und bring mir ja keine Katze mit.“

Katze?“ Das Kind schaute sich um, sah aber keine Katze, und als es sich wieder dem Vogel zuwenden wollte, war er weggeflogen.

* * *

Fortsetzung folgt.

Bild: Pixabay

 

 

Lesestoff – Am 32. Nietember

Rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse startet hier frischen Lesestoff: “Am 32. Nietember”. Da der Oktober in meinem Umkreis ein beliebter Geburtstagsmonat ist, dreht sich die Geschichte um die schönste und leckerste aller Torten. Mehr zu lesen findet sich auf der Seite Geschriebenes. Im Bibliotheks-Raum daneben, unter Übersetztes, gibt es ganz frisch und passend zum Gastland der Buchmesse ein Fantasy-Abenteuer, und etwas weiter unten Back- und Kochbücher für Feiern jeder Größenordnung.

Aber nun zur Geschichte.

Lesestoff - Am 32. Nietember

Am 32. Nietember

Es war einmal eine Bäckerin, die hatte drei Kinder, eine kluge älteste Tochter, einen geschickten mittleren Sohn, und das Jüngste. Alle drei arbeiteten eifrig in der Bäckerei, backten die leckersten Brote und die schönsten Torten weit und breit. Die Leute kamen von weit her, um sich gerade bei dieser Bäckerin mit Backwerk einzudecken.

Aber dann kam der Tag, an dem die Bäckerin entscheiden musste, wem von den dreien sie ihre Backstube und das Geschäft übergeben wollte. Es musste das Kind sein, das die schönsten und besten Torten kreierte konnte, denn schon die Großmutter der Bäckerin hatte immer die Torte zum Geburtstag der guten Fee geliefert. Einmal hatte es die Bäckerei im Nachbarort versucht, und es war schiefgegangen. Das durfte nicht noch einmal vorkommen.

Dieser Geburtstag sollte nun bald wieder gefeiert werden. Also holte die Bäckerin ihre drei Kinder in der Backstube zusammen und erklärte ihnen: „Ich bin nun alt genug, dass ich mich zur Ruhe setzen kann. Dann muss eins von euch die Bäckerei übernehmen. Wer das sein wird, entscheiden wir beim Geburtstag der guten Fee, die uns vor der Wolke Nimmersatt schützt. Wer von euch die schönste und beste Geburtstagstorte fertig bringt, soll die Bäckerei bekommen.“

Die Kinder legten die Stirn in Falten und überlegten.

Ich kann …“, begann die Tochter.

Ich kann …“, unterbrach sie der Sohn.

Ich kann nicht …“, sagte das Jüngste.

Sie brachen ab, schauten einander an und sagten: „Wir machen das zu dritt, dann wird es gut.“

* * *

Wisst ihr, wann die Fee Geburtstag hat?“, fragte die Bäckerin.

Am zweiunddreißigsten Nietember“, antwortete die Tochter. „Das weiß man doch.“

Wo steht das im Kalender?“, fragte der Sohn.

In keinem“, sagte das Jüngste. „Dafür ist sie ja eine Fee. Wir müssen den Moment finden, in dem die Tage anfangen, und dann den Richtigen heraussuchen.“

Mach du das mal“, sagte der Sohn. „Ich kümmere mich lieber darum, dass unsere Torte schön wird.“

Und ich mich um die besten Zutaten“, sagte die Tochter.

Die Bäckerin schüttelte den Kopf. Wenn sie so weitermachten … Da sah sie draußen eine struppige Tigerkatze herumschleichen, griff sich das nächste harte Brötchen, das zu Weckmehl werden sollte, und warf es nach der Katze. „Verschwinde!“

Was war das?“, fragte das Jüngste.

Die struppige Tigerkatze von der Bäckerei im Nachbarort.“

Ach so.“ Es stellte gleich die nächste Frage: „Was mag die gute Fee denn am liebsten?“

Die Tochter und der Sohn schauten einander an. „Obst“, sagte die Tochter, „Fitzelbeeren.“

Buttercreme“, sagte der Sohn, „in schönen Farben.“

Nüsse“, sagte die Tochter, „ganz und gemahlen.“

Schokolade“, sagte der Sohn, „helle und dunkle.“

Da brauchen wir eine riesengroße Torte“, sagte das Jüngste, „damit all das reinpasst.“

Die Tochter nickte. „Wir besorgen das alles, dann fangen wir an zu backen.“

Wer weiß, wie bald der zweiunddreißigste Nietember kommt“, sagte der Sohn.

Da passe ich schon auf!“, rief das Jüngste. „Wir machen das zu dritt, dann wird es gut.“

* * *

Fortsetzung folgt.

Bild: alsen, Pixabay

 

#SchreibWarum – Warum schreibst du Romane?

Leseprobe - Die Rooftop Singers#Schreibwarum – Warum schreibst du Romane?

Das fragt Meike Blatzheim (Textgefährtin) für ihre Blogparade. Da ich mir diese Frage in den letzten Monaten auch öfter gestellt habe, versuche ich mich hier an einer Antwort.

Ich schreibe Geschichten, weil ich gerne lese. Weil sie meine Art sind, über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachzudenken. Weil Wörter und Sätze mein Weg sind, die Fragen und Antworten auszudrücken, die dabei aufkommen.

Warum Fantasy?

Warum wird es dann so oft Fantasy? Die hat doch mit dieser Welt praktisch nichts zu tun.

Dazu habe ich in verschiedenen Beiträgen hier schon etwas geschrieben, und die Antwort ist das beliebte eindeutige Jein.

Einerseits kann ich in meiner Fantasywelt frei erfinden, muss mich nicht an historische Gegebenheiten (oder vorherrschende Lehrmeinungen) halten. Ich kann alle Kräuter wachsen lassen, die ich brauche, damit meine Helden gesund bleiben bzw. unauffällig vergiftet werden, und kann definieren, auf welchen Wegen die Kommunikation in welchem Tempo läuft.

Andererseits ist ein Ork eben auch nur ein Mensch. Deshalb gehe ich davon aus, dass er sich in seinem Umfeld ähnliche Fragen stellt wie ich in meinem oder die Leute, die uns lesen, in ihrem. Vielleicht führen dann die Wege, die er bei der Beantwortung geht, auf die richtige Spur.

Aufhänger Ausschreibungen

Neuerscheinung: MeerjungfrauenAls Aufhänger nutze ich gern Ausschreibungen. Damit ist ein gewisser Rahmen vorgegeben: wie lang der Text werden soll, welche Zielgruppe ungefähr angepeilt wird, ein Thema. Wenn es gutgeht, meldet sich dann mindestens eine Figur bei mir und fängt an zu erzählen. Manche lassen sich auch befragen oder beobachten. Mithilfe des erwähnten Rahmens peile ich die Richtung, in die es gehen soll. Weitere Figuren kommen dazu, Elemente aus anderen Zusammenhängen, und nach und nach entsteht eine Geschichte.

Motivation auf langen Strecken

Im nächsten Schritt, beim Überarbeiten, wird es dann oft zäh. Denn zwischen den vielen tollen Ideen, die im ersten Durchgang entstanden sind, muss ich jetzt den roten Faden herausklauben. Ich muss Entscheidungen treffen und mich auf Einzelheiten festlegen. Da bleibt es nicht aus, dass manche Ideen, die mir gefallen, aus dem Text verschwinden. Die wandern dann in eine Datei namens „Reste“. Vielleicht findet sich später eine Geschichte, in die sie besser passen.

Das ist die Phase, in der mitunter die Motivation knapp wird. Dann muss entweder das Ziel besonders erstrebenswert sein, vielleicht, weil hinter der Ausschreibung ein toller Verlag steckt, oder die Figuren und/oder ihre Welt müssen mich richtig gepackt haben.

Im ersten Fall hilft der Abgabetermin, die Sache zu Ende zu bringen. Dann gibt es immerhin einen fertigen Text. Wenn er bei der Ausschreibung nicht landen kann, wird er wieder in die Schublade gepackt und bei einer anderen günstigen Gelegenheit noch einmal hervorgeholt.

Im zweiten Fall habe ich das Gefühl, ich kann die Figuren nicht im Stich lassen. Dann macht es nichts, wenn die Geschichte nicht bis zum Termin fertig wird. Sie macht schließlich Spaß, also kann ich mich auch länger – oder immer mal wieder – mit ihr befassen.

Ideal ist natürlich, wenn beide Arten von Motivation zusammentreffen. Dann wird die Geschichte rechtzeitig fertig und macht Spaß. (Die Ergebnisse sind auf der Seite Geschriebenes versammelt.)

Karl May ist schuld

Weil das Thema gerade dran war: Karl May ist an allem schuld. Ich habe mindestens drei Abenteuer herumliegen, die auf Winnetou I basieren. Davon ist zwar noch nichts fertig, aber aus dem ersten Anlauf hat sich eine ziemlich umfassende Fantasywelt mit einigen Jahrhunderten Geschichte entwickelt. (Ein Mini-Ausschnitt aus dieser Welt findet sich in Der Weg nach Hause.)

Mein Antrieb, dazu und zu anderen, ähnlichen Abenteuern „Fanfiction“ zu schreiben, war in erster Linie, dass die Helden alle Männer sind. Das musste sich natürlich ändern, und bei näherem Hinsehen und Hinschreiben eben noch eine Menge mehr. So entstand nach und nach so viel Weltenbau, dass die eigentlichen Geschichten fast darunter verschwinden. Wahrscheinlich werden Fachleute, so sie mitlesen, trotzdem viele Elemente wiedererkennen.

Traditionen alt und neu

Traditionen alt und neu

Ein „altes“ traditionelles Fest ist gerade vorbei, das Burgfest, gestartet 1904 „zum Besten der Bismarck-Warte“. Besagter Turm wird inzwischen aus anderen Mitteln finanziert, und wer heute das Burgfest besucht, hat mit Sicherheit nicht das Andenken des „eisernen Kanzlers“ im Sinn. Der Ursprung des Festes ist mit einem eigenen Geflecht aus Plänen und Ideen verbunden, über die auf dieser Website allerhand nachzulesen ist. Vor Kurzem hat der Betreiber das Ergebnis des damaligen Volksfestes auf der Litzelröder besucht.

Lindenfels-Festival

Demnächst steht ein neues, hoffentlich bald ebenso traditionelles Fest an, das eindeutig ins 21. Jahrhundert gehört: Am 28. August startet das Lindenfels-Festival LiFe ’22 mit einer Tour durch die Stadtteile. Am ersten Wochenende im September, gleichzeitig mit dem diesjährigen Ökomarkt, gehen dann verschiedene Konzerte über die Bühne neben der Kirche. Der Vorverkauf hat begonnen, Programm und Karmakasse sind unter dem obigen Link zu finden. Laut Auskunft beim Info-Abend treten mehr Künstlerinnen namens Lisa auf als rein männliche Acts. Auch die Bleichgesichter sind nicht unter sich.

Die erste Veranstaltung war 2020 geplant, aber jenes Jahr entpuppte sich als suboptimal für solche Vorhaben. 2021 gab es eine stark abgespeckte Version mit Yoga und Hapkido an der frischen Luft. Auch dieses Jahr ist das Programm noch ein wenig sparsam im Vergleich zu all den Ideen, die bei den Vorbesprechungen schon im Bürgerhaus herumschwirrten. Deshalb drücke ich dem neuen Festival alle vorhandenen Daumen, dass es Wurzeln schlagen und prächtig wachsen möge.

Muschelfest

Am selben Wochenende, am 3. und 4. September, um genau zu sein, steigt auch ein mittelaltes Traditionsfest, das Muschelfest in Fränkisch-Crumbach. 2010 kam man dort erstmals auf den Gedanken, eine Wagenladung voll Miesmuscheln aus der Bretagne anzuliefern und bei einem Volksfest zu verkaufen. Nach zwei Jahren Ausfall kann dieses Jahr das Jubiläum angemessen gefeiert werden. Ab 13 Uhr am Sonntag ist mit musikalischen Aktivitäten von Port Melange zu rechnen, es darf getanzt werden.

Entstanden ist das Fest aus einer privaten Freundschaft, basierend auf der Verschwisterung zwischen Reichelsheim und Dol-de-Bretagne (Quelle). Damit ist es Teil einer sinnvollen Antwort auf die „Erbfeind“-Rhetorik, die zur Zeit des ersten Burgfestes im Schwange war. Anstelle des früher üblichen Revanchismus kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa internationale Städtepartnerschaften in Mode und brachten alljährliche bis alltägliche Kontakte mit sich.

Möge das „feste Feiern“ in unterschiedlichen Zusammenhängen noch lange zur Verständigung beitragen.

 

Bild: Pixabay

Mein Blog hat Geburtstag

Mein Blog hat heute Geburtstag, er wird fünf Jahre alt. Seitdem sind einige Geschichten und Rezepte, auch so allerlei Musik, hier vorbeigekommen. Zur Feier des Tages gibt es Törtchen:

Schokotörtchen

Mein Blog hat GeburtstagZutaten

Für die Creme

  • 100 g weiße Schokolade
  • 100 ml Sahne

Für den Teig

  • 175 g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 175 g Vollrohrzucker
  • 5 g gemahlene Vanille
  • 100 ml Sahne
  • 150 g Schokolade, 60 % Kakao (oder mehr)
  • 200 g Vollkornmehl
  • ½ Päckchen Backpulver

Deko nach Wunsch, hier: Schmetterlinge

Für die Creme die Sahne erhitzen. Die weiße Schokolade in Stücke brechen und in die Sahne rühren. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann mit dem Handrührgerät zu einer dicken Creme aufschlagen. Bis zum Gebrauch wieder in den Kühlschrank stellen.

Den Ofen auf 200° C/Umluft 180 °C vorheizen.

Die Schokolade für den Teig grob reiben.

Butter, Eier Zucker und Vanille mit dem Handrührgerät schaumig rühren. Die Sahne einrühren. Die geriebene Schokolade unterheben. Mehl und Backpulver kurz untermischen.

Den Teig in geeignete Förmchen füllen, hier: Silikonform mit 8 Vertiefungen. Die Form auf die mittlere Schiene des Ofens schieben und die Törtchen 25-30 Minuten backen.

Kurz in der Form ruhen lassen, dann stürzen. Abkühlen lassen.

Mit der Creme bestreichen und mit den Schmetterlingen bestreuen.

Ständchen

… und natürlich auch ein Ständchen, jahreszeitlich passend von Winneweh. Das erste stammt aus dem Jahr 2017, als es hier losging. Das zweite ist von diesem Jahr, dem vergangenen Wochenende, um genau zu sein. Nach zwei Jahren Pause konnte es dieses Jahr umsonst und draußen wieder stattfinden, hoffentlich ohne Spätfolgen für alle Beteiligten. Die absolut einmalige, unvergleichliche Band Neckarklang war natürlich auch mit von der Partie.

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