La Ballade

Geschichten und Musik

Ein halbes Pfund Belegexemplar

Ein halbes Pfund BelegexemplarDieses halbe Pfund Belegexemplar ist gestern bei mir eingetroffen. Ich freue mich, dass die Geschichte immer noch draußen herumgeistert und hoffentlich Leute ihre Freude daran haben. Insbesondere gefällt mir das Cover, auch wenn sich da ein c statt dem k eingeschlichen hat. Es wird in dieser Form wohl eher nicht im regulären Buchhandel auftauchen, dafür aber beispielsweise im Supermarkt (und das E-Book gibt es nach wie vor bei dotbooks).

Vor lauter Begeisterung habe ich gestern für meinen anstehenden SP-Roman Die Weinfestengel nicht nur einen Klappentext geschrieben, sondern gleich drei. Das ist zwar sicher nicht die empfohlene Marketing-Methode, aber ich neige stark dazu, die auch alle drei zu verwenden. Für das Cover habe ich jetzt ebenfalls eine Idee, die ich mit meinen aktuellen GIMP-Kentnissen vermutlich umsetzen kann. Also steht einer Veröffentlichung Anfang Juni nicht mehr viel im Weg.

Jahrmarkt-Ausschreibung

Außerdem läuft noch bis zum 15. Juni die Ausschreibung des Burgenwelt-Verlags unter dem Motto „Jahrmarkt der Mysterien“. Da sind meine Spielleute doch eigentlich prädestiniert, mitzumischen. Das aktuelle Plotküken scheint mir aber eher ein Strauß werden zu wollen als ein Hühnchen. Also bin ich noch auf der Jagd nach etwas weniger Kompliziertem. Der Aufwand für die Recherchen sollte sich in Grenzen halten, deshalb wird der Schauplatz mit hoher Wahrscheinlichkeit Heidelberg.

Möglicherweise habe ich mich einfach zu sehr auf das Stichwort Jahrmarkt eingeschossen. Laut Ausschreibung sind auch andere Festivitäten erwünscht, wenn es dabei nur mysteriös wird. Vielleicht kann ich meinem Lotterpfaffen Baldwin ein Solo-Abenteuer spendieren. Der macht zwar keine Marktmucke, aber etwas zu feiern gibt es bestimmt auch in dem einen oder anderen Kloster. Im Kalender stehen genug Feiertage. Es könnte auch jemand Hochzeit halten oder der Kurfürst wird mit großem Gepränge empfangen.

Ich lese mich noch ein bisschen durch die bereitliegenden Bucher zum Thema, dann wird sich schon die eine oder andere Idee einfinden.

(Näheres zum Thema Werbung gibt es hier.)

Repair-Café in Reichelsheim

Repair Café in Reichelsheim

Der Patient

Gestern habe ich eine neue Institution kennengelernt: das Repair-Café in Reichelsheim. Ich habe nämlich ein neues Spielzeug bekommen, das schon einige Abenteuer hinter sich hat. Das sieht vielleicht schlimm aus, aber das Innenleben des guten Stückchens scheint noch ganz intakt zu sein. Daher suchte ich einen Menschen, der bereit wäre, es zu reparieren, ohne mir nebenbei ein neues aufzuschwatzen. In der Zeitung stand der Hinweis auf das oben genannte Repair-Café, das immer am dritten Samstag im Monat stattfindet – praktischerweise gestern. Daraufhin habe ich den Patienten eingepackt und bin einmal hingefahren.

Wann und wo

Veranstaltungsort ist das Haus der Vereine in der Bismarckstraße. Auf der Suche danach ist mir auch gleich wieder eingefallen, dass bei den Märchentagen auf dem dazugehörigen Parkplatz ein Metstand untergebracht ist. Geöffnet ist das Repair-Café ab 14.00 Uhr, und es kommt offenbar gut an. Wie in dem Zeitungsartikel angekündigt, hatte ich gemütlich Zeit, einen Kaffee zu trinken. Sehr appetitanregend aussehenden Kuchen gab es ebenfalls, den habe ich mir aber heldenhaft verkniffen, weil ich abens noch zu einem Geburtstag eingeladen war.

Sowohl beim Publikum als auch bei den Helfer*innen waren verschiedene Altersgruppen vertreten. Neben freundlichen Menschen, die sich um Elektrogeräte in allerlei Formen und größen kümmerten, gab es auch eine Nähstation, an der neue Reißverschlüsse eingebaut und Strümpfe gestrickt wurden.

Nachdem ich eine Weile das Kommen und Gehen beobachtet und dabei eine Bekannte getroffen hatte, konnte ich einem jungen Mann mein Problem schildern und bekam Tipps, wie weiter vorzugehen wäre. Auf diesem Weg bin ich jetzt. Wenn alles klappt, wird aus dem Spielzeug demnächst ein Werkzeug.

Neues Spiel, neue Erfahrung

Es hat mir aber auch so schon einen gewissen Aha-Effekt beschert. Denn ich übersetze zwar Computerspiele, ich spiele aber keine. Der Herr, der mir das Gerät überlassen hat, musste aber vorher noch eins installieren. Das Ding macht leider süchtig, folglich habe ich das lädierte Display beim Schnecken abschießen noch ein bisschen weiter eingedrückt. Dafür habe ich jetzt einen Eindruck davon, wo diese Marketing- und Ingame-Texte am Ende landen. Sie sind in der Tat genauso nervig, wie sie beim Übersetzen wirken. Trotzdem kann ich die Finger kaum davon lassen.

Das Repair-Café werde ich wahrscheinlich bald wieder besuchen. Im Lauf der Veranstaltung sagte jemand: „Schade, dass ich nichts zu reparieren habe.“ Dieses Gefühl kann ich auch nach einem Besuch schon ganz gut nachvollziehen.

 

 

Achtung – unbezahlte Werbung. Man könnte natürlich sagen, dass ich mit einem wunderbaren Mittagessen bestochen wurde, das ich als Gast bei der dazugehörigen Familienfeier nicht zu bezahlen brauchte. Schließlich liegt das Revier des Partyservice einige hundert Kilometer weiter nördlich als mein angestammtes Territorium.

Ein feines Büffet

Was vom Büffet übrig blieb

Anja kocht lieferte ein feines Büffet von Ziegenhagen nach Kaufungen. Es gab zwei Blattsalat-Kombinationen mit zwei originellen Dressings, Auberginengratin, Schweinemedaillons in Pfeffersauce, eine Spinatvariation und geschmorte Champignons, dazu Kartoffelpüree und Basmatireis als Beilage. Außerdem standen Mousse au Chocolat und Erdbeer-Mascarpone-Schichten mit Cantuccini als Dessert bereit.

Das Ganze lief für die Gäste unauffällig und pünktlich ab und wurde ansprechend dekoriert dargeboten. Die Mengen waren ausreichend berechet, auch wenn es im Einzelfall nicht immer gelang, alles zu probieren, was appetitanregend aussah. Also rundum empfehlenswert für Leute, die mit eher dezenten Fleischportionen feiern können/wollen. (Zum Selbermachen finden sich hier einschlägige Quellen.)

Fantastisches Europa – Startschwierigkeiten

Fantastisches Europa - Startschwierigkeiten

Nicht das Neueste von Peter Schaap

Da Europa gerade eins der brandheißen Themen ist, hielt ich das für den passenden Anlass, einen guten Vorsatz vom PAN-Branchentreffen gleich in die Tat umzusetzen: Phantastik aus anderen Ecken Europas vorzustellen. Als Ausgangspunkt wollte ich einen Autor nehmen, dessen Erstlingswerk mir schon … ist bald nicht mehr wahr … Ende des vorigen Jahrhunderts gefallen hat, Peter Schaap.

Klar, die Bücher von damals gibt es immer noch. Davon stehen auch einige in meinem Regal. Soweit ich das bisher feststellen konnte, lebt der Autor noch, schreibt und singt auch weiterhin. Im Sommer 2018 ist sein neuester Roman De Helden van Sidian erschienen, beim Verlag Zilverspoor in Naaldwijk (Zuid-Holland). Der Klappentext klingt so weit gut.

Ich folge also dem Bestell-Link und stelle fest: Ein Versand außerhalb der Niederlande ist nicht vorgesehen. Na gut, Belgien ginge noch, aber das hilft mir nicht allzu viel. Von einer E-Book-Ausgabe ist nirgends die Rede. Auch beim Buchhändler meines Vertrauens finde ich den Titel nicht. Beim großen A ist er derzeit nicht verfügbar. Immerhin könnte ich mir von der französischen Abteilung einen anderen Fantasy-Roman des Autors schicken lassen. Darüber denke ich noch nach.

Vielleicht starte ich auch einfach mit einem kurzen Überblick über das, was ich schon hier habe – De Schrijvenaar van Thyll zum Beispiel. Wenn ich mich recht erinnere, könnte die Geschichte auch nach dreißig Jahren noch das eine oder andere zu sagen haben.

Oder ich suche mir einen anderen Autor bzw. eine Autorin oder gehe vorerst in ein anderes Land auf Entdeckungsreise. In Spanien gibt es ebenfalls fantastische Bücher, und soweit ich das überblicke, auch allerlei Preise innerhalb des Genres. Da dürfte sich also etwas Spannendes finden lassen, von den spanischsprachigen Autor*innen aus anderen Ländern mal ganz zu schweigen.

Also – sobald die Leyermark mit ihren Heldinnen erschöpfend behandelt ist, kann die Europareise weitergehen.

 

Maitour – Klangwanderweg Hammelbach

Das Abenteuer Instagram ist beendet, bevor es richtig angefangen hat. Also kommen die Bilder von der Maitour auf dem Klangwanderweg Hammelbach hier herein.

Klangwanderweg Hammelbach - Kirchenruine

Kirchenruine in Hammelbach

Den Klangwanderweg bei Hammelbach hatte ich schon länger im Auge, da war der 1. Mai eine willkommene Gelegenheit, ihn einmal zu besuchen. Um es gleich vorwegzusagen: Wir sind den Weg „falsch“ herum gegangen. Das hat allerdings nicht weiter gestört. Ich fand die Auf- und Abstiege bei dieser Variante recht angenehm verteilt. Die Strecke ist rund 8 km lang, wir haben etwa drei Stunden gebraucht.

Die erste Station, wo ein Plan aufgebaut ist und Prospekte zu haben sind, befindet sich an der Tapasbar Don Quijote . (Wäre eine günstige Gelegenheit zum Mittagessen gewesen, wir sind nach Abschluss der Tour trotzdem weitergezogen.)

Klangwanderweg Hammelbach

Waldmarimba

Die ersten beiden Klangspiele, die an dieser Straßenecke aufgebaut sind, bieten schon mal einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt: vor allem Metall mit wenig Klang. Insbesondere die Wind-Instrumente – drei von zehn – funktionierten bei der aktuellen Wetterlage nicht. Die besten Klänge lieferte die pentatonisch gestimmte Waldmarimba mit Klangstäben aus Eichenholz und dahinter angebrachten Resonanzröhren.

Ansonsten handelt es sich einfach um einen schönen, abwechslungsreichen Wanderweg mit Wald und Wiesen, gelegentlich auch mal einem Feuchtgebiet quer über dem Weg. Wenn man der Markierung – blaues Ohr auf weißem Grund – richtig herum folgt, kommt man vermutlich mit der passenden Menge Hunger und Durst an der Waldgaststätte Alt-Lechtern vorbei, um dort eine Rast einzulegen.

Die letzte Klangstation für uns war die Weschnitzquelle. Die ist laut Plan dafür vorgesehen, sich „auf diese besinnliche Runde“ einzustimmen. Wenn man relativ früh am Tag aufbricht, kann das funktionieren. Wir kamen allerdings an einem Feiertag bei schönem Wetter gegen Mittag an. Da herrschte unterwegs ein wenig Menschenauflauf; auch an der Quelle war eine größere Gruppe versammelt. Das ortsansässige Ungeheuer ließ sich davon jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen.

Klangwanderweg Hammelbach - Weschnitzquelle

Das Ungeheuer der Weschnitzquelle

Fazit: Ein schöner Wanderweg; als Klangerlebnis wirkt er möglicherweise bei schlechterem Wetter, vor allem mehr Wind, besser.

Heraus zum 1. MaiDas Duo Cassard im Einsatz mit

Wie schön blüht unser der Maien

 

https://www.youtube.com/watch?v=f49Dqye9RoU

 

 

Die von Meara Finnegan gestartete Blogreihe über Heldinnen der Phantastik hat einen neuen Beitrag, seit gestern bei Gwees Bücherwelt. Es geht diesmal um eine gestaltwandelnde Automechanikerin mit dem passenden Namen Mercedes. Wer bei Urban Fantasy nicht unbedingt Romantik erwartet, ist bei der Autorin Patricia Briggs offenbar an der richtigen Adresse.

Die deutsche Übersetzung stammt von Vanessa Lamatsch – wenn wir schon beim Sichtbarmachen häufig unbeachteter Heldinnen sind.

Erkenntnisse aus dem PAN Branchentreffen 2019

… alias #pan19

Erkenntnisse zu Inspirationsquellen
Erkenntnisse aus #pan19

Ein inspirierender Organismus?

Erkenntnis Numero 1 kommt nicht wirklich überraschend, gehört aber zu den Dingen, auf die immer mal wieder hingewiesen werden sollte: Die Möglichkeiten, Inspirationen zu finden, sind praktisch unbegrenzt. Ich hangele mich mal am Programm entlang.

In vor- und unmittelbar nachsintflutlichen Zeiten gibt es noch eine Menge Platz für fantastische Welten. Ein Steinzeit-Krimi um Ötzi ist inzwischen nur noch antiquarisch zu haben, also wird es vielleicht Zeit für eine Neuinterpretation. Die Welt war auch damals schon ziemlich groß und die Menschheit unterwegs. Alle Neuentwicklung einer einzelnen, blonden & blauäugigen Heldin zuzuschreiben kommt möglicherweise nicht mehr ganz so gut, und es stehen vermutlich allerlei andere in den Startlöchern, um ihre Welt zu verbessern. Ebenso gab es, laut Dr. Michael Lagers vom LWL-Landesmuseum Herne, bereits in der Steinzeit Produktpiraterie. Das könnte ein ganz neuer Ansatzpunkt für eine Krimihandlung sein.

Des Weiteren sind Trolle eine ausgesprochen vielseitige Spezies, auch dann noch, wenn man die Schlumpf- oder Gartenzwergähnlichen abzieht. Skandinavische Märchen bzw. isländische Sagas halten verschiedene Aspekte dieses Volkes bereit, die in der Phantastik noch nicht allzu weit verbreitet sind. Der Vortragende, Professor Rudolf Simek, hat zudem weitere mittelalterliche Monster im Angebot, denen sich vermutlich nachzugehen lohnt. (Für meine Burgenwelt-Geschichte bleibt es aber erst mal beim Totengeist.)

Das war jetzt schon wieder vor allem Historisches und Kulturelles. Dabei gibt es in anderen Ecken der Wissenschaft mindestens so geniale Vorbilder für Feinheiten des Weltenbaus – siehe auch hier. Hier gab es entscheidende Einblicke in das Leben des Kleinen Leberegels (zu bewundern oben links) und des großen afrikanischen Elefanten im Workshop von Anika Beer. Die muss ich aber noch ein bisschen sacken lassen, bis sie irgendwo andocken und eine Geschichte daraus wird.

Erkenntnise zu weiteren Projekten

Aus dem „prähistorischen“ Vortrag von Dr. Meret Fehlmann stammt die Erkenntnis, dass Phantastik nicht nur auf Englisch oder Deutsch geschrieben wurde und wird. Da liegt also ein weiteres Projekt und wartet darauf, dass ich Zeit und den richtigen Aufhänger dafür finde. Es reizt mich schon seit vielen Jahren, es könnte also langsam erntereif sein.

In Sachen „unbedingt mal wieder lesen“ gab die Podiumsdiskussion am Donnerstag einen wichtigen Hinweis: Karen Nölle übersetzt Romane von Ursula K. Le Guin neu. Bisher noch gar nicht übersetzt und, wenn ich das richtig verstanden habe, derzeit auch nicht dafür vorgesehen, ist eins meiner Lieblingsbücher von dieser Autorin, Always Coming Home. Trotzdem ist auch das ein Anstupser, mal wieder reinzuschauen.

Erkenntnisse zur Freizeitgestaltung

Diese Erkenntnis hat nicht so viel mit phantastischer Literatur zu tun, sondern vor allem damit, dass es im Hotel kein Schwimmbad gab. (Das ist kein Kriterium dafür, dort zu wohnen oder nicht; das Branchentreffen hate eben ein neues Domizil.) Es gab aber einen Fitnessraum, und damit hatte ich Gelegenheit festzustellen, dass so ein Stepper eine feine Sache sein kann. Außerdem sollte ich wohl die Wörterbuch-Gymnastik wieder aufnehmen. Der dicke Van Dale hat sich da schon bewährt, wenn ich mich recht erinnere.

Dann gab es noch einen Hinweis auf einen Ausflug: Bei Orgelbau Klais in Bonn gibt es die Möglichkeit, an Betriebsführungen teilzunehmen.

Weltenbau – Über Steine

Kurz vor dem Abflug zum PAN-Branchentreffen kommt hier der letzte Weltenbau-Artikel. Diesmal geht es, zumindest ansatzweise, um die „Steine“, die geographischen Grundlagen.

Weltenbau - Über Steine

Was hieraus wohl entsteht?

Wie bereits erwähnt: Ich bin Lingu, Naturwissenschaft ist nicht meine starke Seite. Aber ganz ohne geht es auch nicht. Dabei gibt es zum Glück Genre-spezifische Abkürzungen. Wer nicht gerade eine Space Opera schreibt, kann mit einer ziemlich erdähnlichen Welt auskommen. Kann, muss aber nicht. Für Fantasy-Welten gibt es da ebenfalls viele Möglichkeiten. Insbesondere, wenn der Kontrast zur gewöhnlichen Umgebung der Held*innen und/oder Leser*innen betont werden soll, kann es helfen, zum Beispiel zwei Sonnen scheinen zu lassen. Oder zu definieren, dass die Welt eine Scheibe ist.

Evidenzbasierte Spinnerei

Allerdings gibt es für Fantasy-Welten im engeren Sinn mehr „Regelwerke“ zur Auswahl als in der SF. Das S steht schließlich für „Science“, also sollte ein Bezug zu den bekannten Naturgesetzen zumindest erkennbar bleiben. Da ändert sich nur der Stand der Wissenschaft im Lauf der Jahrzehnte, und es kann spannend sein, die Zukunftsvisionen von „damals“ mit den tatsächlichen Entwicklungen zu vergleichen. Die Phantastische Bibliothek Wetzlar nutzt das Potenzial der evidenzbasierten Spinnerei im Projekt Future Life systematisch, um mögliche zukünftige Entwicklungen zu erkennen bzw. anzustoßen. Vermutlich sind etliche real existierende Erfindungen auf Ideen aus Literatur oder Film zurückzuführen.

Welteis oder Wall aus Reisbrei

Für eine Fantasy-Welt ist es aber durchaus zulässig, wenn nicht sogar erwünscht, auf längst widerlegte Theorien zurückzugreifen oder sich gleich von der Mythologie inspirieren zu lassen. Die Flachwelttheorie hat eine beachtliche Karriere hingelegt, eine Höhlenwelt gibt es auch schon, womöglich lässt sich sogar aus der Welteislehre was machen. Göttliche Schöpfungen sind ohnehin an der Tagesordnung. Vielleicht muss man es auch gar nicht so genau wissen, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Wie funktioniert zum Beispiel das Schlaraffenland? Da es bereits Sachbücher zur Biologie von Drachen gibt, wäre eine Abhandlung zur Statik von Reisbrei-Wällen auf jeden Fall denkbar.

Zurück zu den Steinen

Aber nun zurück zu den Steinen und anderen grundlegenden Bestandteilen der fiktiven Welt. Sie haben beachtliche Auswirkungen auf die weiteren Aufbauten der Welt und die Geschichten, die dort spielen. Das betrifft zum einen alltägliche Fragen wie die nach Kleidung oder Essen: Welche Rohstoffe gibt es? Was brauchen die Bewohner der Welt, um über die Runden zu kommen? Wo fängt der Luxus an?

Reiserouten

Oft reisen die Held*innen stellvertretend für die Leser*innen einmal quer durch die Welt und es wäre zu beschreiben, mit welchen Mitteln sie das tun, auf welche Schwierigkeiten sie stoßen, wie sich Landschaft und Jahreszeiten auswirken. (Welche gibt es überhaupt?) Natürlich kann man die Abkürzung nehmen und Flugreisen anbieten. Aber auch für die muss ein Rahmen definiert werden. Meistens braucht man dazu magische Methoden, allermindestens einen kooperationswilligen Drachen. Der setzt wiederum einen geeigneten Lebensraum mit dem nötigen Futter-Angebot voraus.

Reale Vorbilder

Für die meisten Details kann man sich an den terranischen Gegebenheiten orientieren. Da gibt es genügend Auswahl an Welten-Bausteinen und Anpassungen an diese. Darauf basieren zum Beispiel die oben erwähnten Drachen-Sachbücher. Auch Menschen haben sich in allerlei Umgebungen eingerichtet und Mittel und Wege gefunden, sich dort mit allem Nötigen zu versorgen. Sie können dem einen oder anderen Elfendorf vermutlich ein paar Life Hacks verraten.

Und was ist mit Magie?

Kein direktes Vorbild gibt es für Magie. Im Gegenteil, da finden sich jede Menge gute Erklärungen, warum es nicht funktioniert, mal eben einen Menschen in einen Frosch zu verwandeln. In vielen Fantasy-Welten spielt sie trotzdem eine Rolle und erfordert ihre eigenen Naturgesetze. Wie mächtig kann Magie werden? Wodurch wird ihre Anwendung begrenzt?

Möglicherweise werden Rohstoffe gebraucht, die nachwachsen oder auch nicht. Vielleicht ist der Umgang mit Magie ein Talent, das ausgebildet werden kann bzw. muss. Da in einer Welt mit Zauberei auch unorthodoxe Lehren zutreffen könne, ist eventuell der Stand der Gestirne für die Wirkung eines Zaubers von Bedeutung. Sind die Voraussetzungen erst einmal definiert, lassen sich ihre Auswirkunge auf die Welt und ihre Bewohner unter Zuhilfenahme von etwas Fantasie dann wieder in Geschichtsbüchern oder in der Zeitung nachlesen.

Wie weit diese Überlegungen ins Detail gehen müssen, hängt von der jeweiligen Welt und ihren Geschichten ab. Je märchenhafter das Ganze werden soll, desto mehr Isso lässt sich unterbringen. Oft entwickeln Welten auch, ähnlich wie Figuren, ein Eigenleben mit immer mehr geographischem und sonstigem Unterbau. Viel Spaß bei der Recherche!

 

Frohe Ostern

Charles Wesley, Jesus Christ is risen today

King’s College Choir, Cambridge

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