Geschichten und Musik

Schlagwort: Getränke

Maitour 2020

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Maitour 2020 ein bisschen sparsam ausgefallen. Als Ausgleich gibt es ein paar Getränke-Rezepte.

Zur Weinlagenwanderung, die dieses Jahr nicht stattfinden konnte, brauche ich nur vor die Haustür zu gehen. Da wachsen Rot- und Weißwein. Es dauert noch ein bisschen, aber man kann sich ja schon mal Verwendungsmöglichkeiten überlegen.

Maitour 2020

Hypocras
  • 1 Flasche roter Burgunder
  • 2 EL Rosenwasser
  • 30 g Zimtstangen
  • 60 g Ingwerwurzel
  • 400 g Zucker

Den Wein mit dem Rosenwasser mischen. Die Gewürze im Mörser zerstoßen und mit dem Zucker in ein Seihtuch geben, zusammenknoten und im Wein mindestens drei Stunden ziehen lassen.

Mehrmals durch einen Filter gießen, bis die Flüssigkeit klar bleibt.

Maitour 2020
Maiwein

Damit der Weißwein nicht zu kurz kommt, hier noch ein historisches Rezept, allerdings ein paar Jahrhunderte jünger als das oben stehende.

  • 6 g Melisse
  • 5 g Blätter von schwarzen Johannisbeeren
  • 2 g Thymian
  • 1 g Pfefferminze
  • 1 g Estragon
  • Pimpinelle
  • ½ Blatt Salbei
  • Lavendel
  • ¼ Zitrone
  • 1 Flasche Weißwein
  • 75 g Zucker

Die Kräuter und Zitronen in eine Bowlenschüssel geben. Mit Wein übergießen und den Zucker hinzufügen. ½ Stunde ziehen lassen, dann abseihen. Eventuell frische Zitronenscheiben und essbare Blüten als Deko hinzufügen.

Maitour 2020

Kwas

Der Honigbär sollte natürlich ursprünglich für Met stehen. Den kann man auch selbst machen, habe ich aber noch nicht ausprobiert. (Es gibt viel zu viele feine fertige Varianten auf dem Markt.)

Deshalb wird der dekorative Zeitgenosse zum russischen Mischka befördert und bringt ein Kwas-Rezept mit. Es funktioniert, man braucht nur (mehr als ein bisschen) Geduld. Die unten stehenden Zeitangaben sind eher optimistisch.

  • 10 Scheiben Pumpernickel-Brot
  • 8 l kochendes Wasser
  • 20 g (frische) Hefe
  • 8 EL Zucker
  • 100 Rosinen

Das Brot im Backofen trocknen, bis es rötlich braun wird. Dann in einen Eimer legen und mit dem kochenden Wasser übergießen. Mit einem Tuch und einem dicht schließenden Deckel zudecken und stehen lassen, bis der Inhalt körperwarm ist.

Wenn es so weit ist, eine Tasse abgießen, 20 g Hefe darin auflösen und 1 TL Zucker zugeben. Die Hefe gehen lassen, dann zurück in den Eimer gießen, umrühren und wieder zudecken. In einem warmen Raum 2-3 Tage gären lassen.

In ein anderes Gefäß abseihen. Den Zucker darin auflösen und warten, bis sich der Satz absetzt. Dann wieder abgießen und den Bodensatz wegwerfen.

Die Rosinen auf die nötige Menge Flaschen verteilen. Den Kwas abseihen und in die Flaschen füllen. Weitere drei Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann erst kühlen.

Und dann Prost!

 

Lindenfelser Ökomarkt 2018

Mein Blog hat offensichtlich ein ganzes Jahr überlebt, denn hier kommt der zweite Bericht vom Lindenfelser Ökomarkt. Der fällt leider deutlich kürzer aus als 2017. Es waren weniger Händler da, wodurch sich der Kruscht-Anteil erhöht hat. Die anwesenden interessanten Händler waren größtenteils alte Bekannte.

Cannamoda zum Beispiel. Trotz Anbau auf dem Balkon habe ich noch genügend Hanfsamen in der Vorratsdose, da musste ich keinen Nachschub holen. Dafür gab es Hanf-Dinkel-Nudeln und einen Hanf-Brombeer-Tee. (Sabines Suppenmanufaktur fehlte in diesem Jahr leider, also keine Emmernudeln.)

Daneben gab es einen neuen, schön bunten Seifenstand von Marion Thiel aus Lampertheim.

Handgesiedete Seifen

Auch Odenwälder Feine Brände aus Litzelbach waren wieder zur Stelle. Bei ihnen habe ich einen Pfirsich- und einen Brombeer-Limetten-Secco erworben, zum gemütlichen Probieren zu Hause.

Für einen längeren Aufenthalt in der Burgstraße war das Wetter dieses Jahr leider wenig einladend – trüb, kalt und zugig. Der tapferen Frau Rusch von Cannamoda ist während des Aufbaus sogar der Stand davongeflogen. Folglich habe ich nur schnell bei den Schäfern Wüstenhagen und Pollmann aus Hetzbach eine Lammsalami und bei Imker Hillenbrand den nötigen Vorrat an Met und Wikingerblut eingekauft. Bei Herrn Hillenbrand gab es noch je ein Fläschchen Holunderbeer- und Löwenzahnsirup. Ich bin gespannt, wie diese beiden sich mit Hochprozentigem oder Perlendem mixen lassen.

Einkäufe beim Ökomarkt 2018

 

Ich bin gerade von einer Fortbildung zurück. Rein zufällig habe ich auf XING Nicole Tomberg entdeckt, die unter anderem Englischkurse für Winzer anbietet. Da gehöre ich eindeutig nicht zur Zielgruppe, denn mein Kontakt zu Wein besteht im Wesentlichen darin, dass ich gern welchen trinke. Andererseits hatte ich in letzter Zeit beim Übersetzen doch mit der Herstellung von Cava zu tun, mit touristischen Angeboten rund um Weinberge und -keller und mit Restaurantbeschreibungen, in denen umfangreiche Weinkarten gelobt werden. Also dachte ich mir, dass ein bisschen Fachwortschatz und überhaupt Grundlagenwissen zum Thema nicht schaden könnten.

Der Kurs fand in den Räumen der Gebietsweinwerbung Frankenwein-Frankenland statt, und außer mir waren alle Anwesenden mit der Herstellung und dem Verkauf von Wein beschäftigt. Vertreten waren die Anbaugebiete Franken – natürlich –, Rheinhessen, Pfalz und Saale-Unstrut. Bei entsprechender Vorbereitung hätte ich ja für die Bergstraße antreten können, nur hatte ich vorher überhaupt keine Vorstellung, worum es denn gehen könnte.

Es ging zunächst um die Arbeit im Weinberg. Dazu fiel mir noch ein bisschen was ein, dank der zahlreichen Gartenbücher, die im Lauf der Jahre bei mir vorbeikamen. Von der einen oder anderen Betriebsführung bei traditionellen Getränkeherstellern waren auch ein paar Begriffe zum Thema Maische, Gärung, Lagerung und Abfüllung hängengeblieben. Aber beim Wein kommen natürlich noch ein paar Dinge dazu: die Lage, der Boden, die Rebsorte, diverse Verarbeitungsschritte, die nöig sind, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Gegen Ende stand auch die bekannte Weinproben-Poesie auf dem Programm, die ihre eigenen Regeln und je nach Sprache unterschiedliche Vergleichsgrößen hat. Auf Englisch kann ein Wein zum Beispiel das Aroma von „wet stone“ haben, auf Deutsch würde das vermutlich noch unter „erdig“ oder „mineralisch“ fallen.

Die Kursarbeit spielte sich vor allem mündlich ab. Man beschrieb sich gegenseitig das eigene Weingut, die Weine, die Kundengruppen und was sonst noch dazugehört. Dazu hatte ich naturgemäß nicht viel zu sagen, dafür aber genug Zeit, Fachleuten zuzuhören, Fragen zu stellen, auch mal dumme, und dabei eine Menge zu lernen. In der kleinen Weinprobe am Schluss kam das Ganze praktisch zur Anwendung.

Nicht ganz passend zum potenziell „genussreichen“ Thema fand die Mittagspause am Samstag beim nächstgelegenen EDEKA mit Heißtheke statt. Leider bin ich auch sonst nicht groß in Würzburg herumgekommen, um das eine oder andere Lokal auszuprobieren. Das muss ich bei passender Gelegenheit nachholen – und dabei auch gleich die Kenntnisse in Sachen Frankenwein auffrischen und erweitern.

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