Es folgt eine neue Portion Lesestoff: “Dämlich, aber froh”, Teil 3 der fantastischen Kurzgeschichte mit ausgiebiger Eiersuche. Hier sind Teil 1 und Teil 2.

 

Lesestoff - Dämlich, aber froh

Am nächsten Morgen konnte Harry seine Freude besser verbergen, als er zur Arbeit kam. Ein seltsamer Traum steckte ihm noch in den Knochen. Es war um die jährliche Grillparty beim Chef gegangen. Harry war in einer altmodischen Badehose aufgetaucht und aus irgendeinem Grund immer Hähnchenbeine zu essen bekommen, egal, wie oft er Steak oder Bratwurst verlangte.

Eigentlich ja nicht so schlimm. Trotzdem hatte er darauf geachtet, sein Pausenbrot mit Käse zu belegen.

Gegen Mittag suchte er sich einen schönen Platz auf dem Gerüst am ersten Stock und aß das besagte Käsebrot. Gerade, als die Heimleiterin mit dem Juniorchef unten vorbeiging, geriet Harry etwas Hartes in die falsche Kehle. Er musste husten.

Das Ding steckte fest. Er bekam keine Luft mehr.

Jemand haute ihm kräftig auf den Rücken. Ihm flog etwas aus dem Mund, dem Juniorchef und der Heimleiterin vor die Füße. Die beiden schauten tadelnd zu Harry herauf.

„Der hat sich verschluckt!“, rief sein Kollege Predrag, der ihn gerade so gebeutelt hatte.

„Warst du beim Hähnchen-Grill?“, fragte der Juniorchef. „Da hättest du uns ruhig was mitbringen können.“

Harry schüttelte den Kopf.

Bei der nächsten Gelegenheit schaute er unter dem Gerüst nach, ob er das Ding finden konnte, das er den beiden auf den Kopf gespuckt hatte.

Es war ein Hühnerknochen.

Noch bevor die Fassadenarbeiten am Altenheim abgeschlossen waren, verschwand das Hühnermobil von seinem Standort. Harry fluchte leise. Er hatte sich schon überlegt, wie er das Geflügel weiter beobachten und das richtige Huhn für seine Zwecke entführen könnte. Jetzt musste er wieder erst diese geheimnisvolle Firma verfolgen, bevor er vielleicht das dritte Ei fand.

* * *

Fortsetzung folgt.

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Bild: Simon Meyer, foto-x.ch, CC BY-SA 3.0