Kaum melde ich mich nach längerer Pause mal wieder bei Facebook, schon gewinne ich ein Buch – Titel siehe oben -, streng genommen ein eBook, erschienen beim Carlsen-Imprint impress.
Mit fünfzig gehöre ich eindeutig nicht mehr zur Zielgruppe, und ich bezweifle, dass ich mit fünfzehn dazugehört habe. Aber dafür kann weder die Autorin noch ihr Buch etwas. Es handelt sich eben um eine Teenagerromanze.
Die Heldin Kenzie ist eher von der sperrigen Sorte und bietet sich nicht unmittelbar zur Identifikation an, schon gar nicht zu Plötzlich-Prinzessin-Träumen. Man nimmt ihr gern ab, dass sie eher nicht aufs College gehen wird. Sie hat allerdings das Herz auf dem rechten Fleck und lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen, weder von Angehörigen ihrer kaputten Familie noch von High-School-Tussis oder gar dem gewalttätigen Schurken des Abenteuers.
Der Held Josh hat dagegen ohne Weiteres das Zeug zum Traummann, nur lässt er sich das nicht sofort anmerken. An den Milliarden auf dem Konto und dem rasanten Sportwagen hapert es etwas. Er steckt in seiner eigenen schwierigen Familiensituation fest, und Kenzie erweist sich als der Anstoß von außen, der einiges in Bewegung bringt.
Der Kolibri im Titel gibt nicht nur dem Auto der Heldin seinen Namen und muss als Vergleich und gutes Omen herhalten, er ist auch für eine wichtige Szene gut. Die Geschichte liest sich so leicht, wie das Vögelchen vermuten lässt. Wer es also auf sommerliche Romantik abgesehen hat, ist hier gut bedient, und mit hoher Wahrscheinlichkeit lohnt sich auch ein Blick in die beiden anderen Bücher der Autorin, Kirschkernküsse und Cowboyküsse.